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Bäume statt Bagger zur Renaturierung von Giftmüllkippen

Von Luca Palamara
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Bäume statt Bagger zur Renaturierung von Giftmüllkippen
Copyright  Luca Palamara & Euronews
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Kampanien, im armen Süden Italiens. Das fruchtbare Land der Region wurde in den 80erJahren zur Müllkippe Italiens, kriminelle Organisationen entsorgten giftige Schlämme aus dem Norden Italiens einfach und billig in illegalen Müllkippen.

Die Renaturierung der Altlasten ist teuer und langwierig, der Boden wird ausgehoben und als Giftmüll entsorgt. Forscher an der Universität Neapel haben ein neues System zur Renaturierung entwickelt, das auf die Natur setzt.

Das Testgelände umfasst 60.000 Quadratmeter, 20.000 Pappeln wurden gepflanzt. Die Wurzeln absorbieren die Schwermetalle im Boden, die Kosten liegen bei 800.000 statt der 20 Millionen Euro. Was aussieht aus wie ein normaler Wald ist in Wirklichkeit ein Rekultivierungsprojekt. Diese Bäume ersetzen Maschinen und dekontaminieren den darunter liegenden Boden durch die Kraft ihrer Wurzeln.

Diese Müllkippe ist jetzt ein Wald, ein Beispiel für die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt, für Dienstleistung durch ein Ökosystem, inclusive Luftreinigung und Bindung von Kohlenstoff im Boden.
Prof. Massimo Fagnano
Agronom, Universität Federico II in Neapel

Bäume statt Bagger - stattdessen zeigt die Natur, was sie kann, wenn man sie lässt.

Seit 2016 haben über 10.000 Schüler aus Schulen in der Umgebung das Gelände besucht. In der Umwelterziehung sollen die Zusammenhänge zwischen Umweltschutz und Gesundheit vermittelt werden.

Heute hier diese Luft zu atmen, den Frieden einer wiederbelebten Landschaft zu spüren, das gibt einem wirklich ein Gefühl von Hoffnung und Erlösung.
Loredana Moio
Lehrerin

Aus einer illegalen Müllkippe ist eine starke Botschaft an die Behörden geworden, die zu lange weggeschaut haben. Das organisierte Verbrechen kostet die Gesellschaft viel Geld, und bei der Beseitigung der Schäden sind auch andere Wege möglich.