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Vatikan: Kardinal wegen ruinösem Immobilienhandel angeklagt

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Von euronews mit AFP, dpa, KNA
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Vatikan: Kardinal wegen ruinösem Immobilienhandel angeklagt
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Im Vatikan hat ein Prozess gegen zehn Personen im Zusammenhang mit einem Immobilien-Skandal begonnen. Sie müssen sich unter anderem wegen Veruntreuung, Geldwäsche und Betrug verantworten. Im Zentrum des Verfahrens steht ein ruinöser Handel mit einem Geschäftsgebäude in London-Chelsea. Der völlig überhöhte Preis von 350 Millionen Euro bedeutete laut Vatikan "erhebliche Verluste" für die Staatskasse. Er sei teilweise mit Mitteln bezahlt worden, "die für die persönliche karitative Arbeit des Heiligen Vaters bestimmt waren".

Das Geschäftsgebäude, das der Vatikan offenbar zu einem deutlich überhöhten Preis gekauft hat, liegt in der Sloane Avenue in London (auf Foto rechts).

Unter den Angeklagten ist auch ein Kardinal. Ein Novum in der Geschichte des Vatikans. Kurienkardinal Becciu aus Sardinien war Substitut des Staatssekretariats und hatte im Zuge des Skandals seine Ämter verloren.

Die Katholische Nachrichtenagentur bezeichnet Kardinal Becciu als gewieften Taktiker.

euronews-Reporterin Giorgia Orlandi schätzt ein: "Zwar stellt sich Kardinal Angelo Becciu als Opfer einer Intrige dar, dennoch hat heute ein Prozess von historischer Bedeutung begonnen. Zum ersten Mal steht ein Kardinal vor einem vatikanischen Gericht. Es besteht aus Laienrichtern, was auf die von Papst Franziskus angestoßene Reform zurückgeht. Das Verfahren könnte zu einem Meilenstein im Pontifikat von Franziskus werden."