Polizisten schildern Sturm auf das US-Kapitol: "Er stürzte sich auf mich"

1. Anhörung zum Sturm auf das US-Kapitol: Zeitzeugen trösten sich gegenseitig
1. Anhörung zum Sturm auf das US-Kapitol: Zeitzeugen trösten sich gegenseitig Copyright Jim Bourg/AP
Von Euronews mit dpa
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Die Ereignisse des 6. Januar, die zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump führten, werden jetzt von einem Untersuchungsausschuss aufgearbeitet. Polizisten schilderten drastisch das Ausmaß der Brutalität, mit dem die Trump-Anhänger vorgingen.

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Bei der ersten Anhörung des Untersuchungsausschusses zum Sturm auf das US-Kapitol haben mehrere Polizisten die Gewalt geschildert, mit der sie am 6. Januar konfrontiert waren.

Sie gehörten zu den Beamten, die vergeblich versuchten, den aufgestachelten Mob in Schach zu halten. Fünf Menschen, darunter ein Polizist, kamen bei dem Gewaltausbruch ums Leben.

Michael Fanone äußerte sich als Mitglied des Metropolitan Police Department in Washington D.C.: "Ich habe versucht, die Leute von mir wegzuschieben, um Platz zu schaffen, während ich die ganze Zeit bemerkte, dass einige versuchten, meine Waffe zu ergreifen. Ich erinnere mich, dass sich einer von ihnen immer wieder auf mich stürzte und versuchte, nach meiner Waffe zu greifen."

Die Beamten beschrieben auch das Entsetzen und die Angst, die sie empfanden, als die Randalierer das Gebäude stürmten, nachdem der damalige US-Präsident Donald Trump sie dazu angestiftet haben soll. Deshalb musste sich Trump einem Amtsenthebungsverfahren stellen.

Viele Polizisten leiden immer noch

Die Polizisten schilderten Angriffe mit Elektroschockgeräten und anderen Waffen, aber auch rassistische und andere Beleidigungen. Ein Beamter erklärte, seit den Attacken leide er unter einem Trauma.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, kommentierte den ersten Anhörungstag: "Ich meine, die heutige Anhörung war für jeden, der sie gesehen hat, eine schmerzhafte Erinnerung an die beschämenden Ereignisse des 6. Januar. Und ich denke, diese Aussage wird den Menschen noch eine Weile in Erinnerung bleiben."

Um die Einrichtung des Untersuchungsausschusses hatte es heftige Auseinandersetzungen zwischen der Republikanischen und der Demokratischen Partei gegeben. Die Republikaner wollten die Einsetzung des Gremiums verhindern. Sie warfen den Demokraten vor, hauptsächlich parteipolitische Motive bei der Untersuchung des Kapitol-Sturms zu verfolgen.

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, warf den Republikanern vor, die Ereignisse des 6. Januar herunterzuspielen. Sie bedankte sich für den "Mut" der Polizisten, vor dem Ausschuss auszusagen.

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