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Zoff in Zermatt: 3 Festnahmen wegen Verstoß gegen Corona-Regeln im Restaurant Walliserkanne

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Von Euronews  mit AP, Blick, 20min
Restaurant Walliserkanne in Zermatt nach Festnahmen durch die Polizei
Restaurant Walliserkanne in Zermatt nach Festnahmen durch die Polizei   -   Copyright  Laurent Gillieron//AP

Das Restaurant "Walliserkanne" in Zermatt ist zu einer Art Symbol der Gegner der Corona-Regeln in der Schweiz geworden. Auch Anhänger der Bewegung "MASS VOLL", die seit Monaten gegen die Einschränkungen mobil machen, haben vor dem Gasthaus im mondänen Ski-Ort protestiert.

Drei Personen - zwei Männer und eine Frau -, die laut BLICK zu einer bekannten Wirtefamilie gehören, sind am Wochenende festgenommen worden. Wegen wiederholten Verstößen gegen die in der Schweiz geltenden Regeln wie die Maskenpflicht hatten die Behörden die Schließung des Restaurants angeordnet - doch der Gasthof blieb offen.

Wie 20 Minuten berichtet, läuft bereits ein Strafverfahren gegen zwei Brüder der Familie, die von "Maskentheater" sprachen und offenbar zu den Coronaleugnern gehören.

Nachdem die Polizei Betonblöcke vor dem Gasthof aufgebaut hatte, bewirteten die Betreiber einfach weiter darauf ihre Gäste - wie auf Fotos im Internet zu sehen ist.

"Alle willkommen - auch ohne Zertifikat"

Auf der Internetseite der Walliserkanne in Zermatt war weiter (Stand 01.11.2021) zu lesen: "Bei uns sind alle Menschen willkommen - auch ohne Zertifikat".

"Walliserkanne" Zermatt
Internetseite"Walliserkanne" Zermatt

Bei der Festnahme "flogen die Fäuste"

Als die Polizei am Freitag eingriff, kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Etwa 50 Polizeibeamte waren angerückt, um den Wirt und seine Eltern festzunehmen. Doch dann "flogen die Fäuste", schreibt BLICK und zitiert Multimillionär und Hotelier Mario Julen. Dieser ist selbst vollständig geimpft, setzt die Corona-Regeln um und hatte offenbar versucht zu vermitteln. Doch er sagt: "Im Rudel ging die Polizei auf die Familie los, mit Fäusten und Schuhen - und zwar ohne Vorwarnung."

Der Polizeieinsatz am Freitag fand laut Polizeimitteilung vor der eigentlichen Festnahme statt. "Am Sonntag, 31. Oktober 2021 nahm die Kantonspolizei Wallis in Koordination mit der Staatsanwaltschaft in Zermatt drei Restaurant-Betreiber vorläufig fest. Diese hatten sich zuvor – trotz wiederholter Sensibilisierung und Dialogs – der Anordnung zur Schließung des Restaurants widersetzt. Seit Inkrafttreten der Ausweitung des Covid-Zertifikates hat die Kantonspolizei Wallis in Zusammenarbeit mit der Regionalpolizei Zermatt das Restaurant mehrmals kontrolliert und bereits wegen festgestellter Widerhandlungen gegen die Covid-Verordnung bei der Staatsanwaltschaft verzeigt."

Aufgeheizte Debatte und wütende Proteste

Am Sonntagabend gab es dann Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen in der Schweiz vor der dem Gasthof. Die Stimmung ist aufgeheizt, denn am 28. November gibt es ein weiteres Referendum über das Covid-Gesetz.

Vielen Schweizerinnen und Schweizern sind diese Proteste peinlich. So widerspricht Twitter-User @swissfenian dem Argument, die Behörden agierten wie in einer Diktatur und schreibt: "In ner Diktatur könntet ihr nicht 2 Tage rumnerven. In ner Diktatur wär die scheiss Spunte schon nach dem 1. Vergehen gesperrt worden."

Gefeiert wird die Wirtefamilie von Gegnern der Corona-Maßnahmen, Impfgegnern sowie Anhängerinnen und Anhängern von Veschwörungstheorien - in vielen Tweets auf Englisch.

Coronaleugner weltweit teilen mittlerweile im Internet die Bilder der Solidaritätsdemos - wie die der Freiheitstrychler mit ihren riesigen Kuhglocken - vor der Walliserkanne in Zermatt.