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Preisexplosionen in der Nahrungskette: Zwischen Kündigung und Konkurs

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Von Euronews mit LUSA
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Ein portugiesischer Landwirt bei der Arbeit - Aber: wie lange noch?
Ein portugiesischer Landwirt bei der Arbeit - Aber: wie lange noch?   -   Copyright  TIAGO PETINGA/LUSA

Der Anstieg der Kraftstoff- und Energiepreise könnte die Geldbörsen der Familien in Portugal bald auch in anderen Bereichen noch stärker belasten.

Neben den direkten Auswirkungen der Erhöhungen droht auch die Rechnung für die Landwirte bald in den Haushalten der Verbraucher anzukommen.

Düngemittel, Insektizide, Geräte, Arbeit. Alles ist in Portugal bereits teurer geworden. Die Verbraucherpreise für Gemüse bleiben zwar noch stabil, aber die Genossenschaft von Lourinhã, im Westen des Landes, ist bereits in Alarmbereitschaft.

Sérgio Ferreira ist der Generalsekretär der dortigen Genossenschaft Louricoop: "Wir erleben einen Anstieg der Gemeinkosten in der Produktion, verkaufen aber zum gleichen Preis oder billiger als zuvor. Das wird unmöglich sein und ist nicht nachhaltig. Es ist absehbar, dass sich zumindest ein Teil dieser Kostensteigerungen in den Endpreisen niederschlagen muss, denn sonst müssen die Landwirte aufhören."

In der Tat haben einige Landwirte bereits aufgegeben. Andere, wie António Simões, fangen an, andere Optionen in Betracht zu ziehen: "So wie die Dinge liegen, weiß ich nicht, ob es nicht besser wäre, aufzuhören, solange wir es noch können. Und in einem Jahr oder so wieder anfangen, denn wir riskieren, das auszugeben, was wir haben und was wir nicht haben. Wenn wir jetzt aufhören, wären wir immer noch ("finanziell" - Anm.d.Red.) stabil."

Konsequenz: Kündigungen

Dafür haben sich bereits einige Landwirte entschieden, so Simões:_ "Ich habe bereits Kollegen, die aufhören. Sie steigen wieder in den erlernten Beruf ein. Sie haben vor zwei oder drei Jahren für die Landwirtschaft gekündigt, aber sie arbeiten jetzt wieder, weil sie hier nicht arbeiten können, so wie die Dinge stehen."_

Vorerst will António Simões dieses Jahr normal abschließen, und im nächsten Jahr denkt er daran, die Gemüseanbaufläche um 40 oder 50 Prozent zu reduzieren.

Weiter oben in der Versorgungskette, bei der Vermarktung, schlägt der Geschäftsführer eines Gemüsehandels ("Simples & Frescas") in Ribamar vor, die Preise zu erhöhen, um einen Dominoeffekt zu vermeiden. João Pedro Fernandes befürchtet breite Auswirkungen: "Wenn wir nicht ein bisschen Gewinn machen, wenn das alles nicht steigt, wird es jeden in der Kette erwischen. Das geht bis zu den Louricoops (Genossenschaften, Anm.d.Red.), den Anbietern von Werkzeugen und Ausrüstungen - all diese Leute werden ebenfalls betroffen sein, weil die Erzeuger kein Geld mehr haben, um bei ihnen zu kaufen. Das ist dann der Dominoeffekt."

Eine Folge, die den Zugang zu gesunden Lebensmitteln für Familien immer teurer zu machen droht. Und das in einem Land, in dem der Mindestlohn unter 700 Euro liegt und der Regierung nach der kürzlichen Auflösung des Parlaments vorerst die Hände wirtschftlich gebunden sind.