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Rumänische Impfquote unter 50 % - Hilft eine Foto-Kampagne in Bukarest?

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Von Marie Jeanne Ion mit Euronews
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Die Notfallklinik der Universität Bukarest im Oktober 23021
Die Notfallklinik der Universität Bukarest im Oktober 23021   -   Copyright  Vadim Ghirda/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.

Sie ersticken. Sie flehen. Sie bedauern - Das sind die Botschaften, die ein Fotograf im Zentrum von Bukarest mithilfe seiner Werke großflächig plakatiert hat, nachdem er mehr als 150 Stunden in rumänischen Intensivstationen fotografiert hatte. Cristian Movilă versucht händeringend, die Menschen mit seiner Kunst davon zu überzeugen, Impfstoffe zu akzeptieren.

Gegenüber Euronews erläuterte der Fotograf seine Beweggründe: "Wenn man ihnen die Realität auf Intensivstationen vor Augen führt, können sie nicht wegschauen, man kann es nicht aus dem Gedächtnis löschen. Deshalb hoffe ich, dass die Eindrücke haften bleiben und man sich nach ein paar Tagen oder einer Woche entscheiden wird."

Vorbeugung ist Trumpf

Weniger als 50 Prozent der Rumäninnen und Rumänen haben sich bisher impfen lassen, was zu einer hohen Infektionsrate und täglich Hunderten von Todesfällen führt. Ärzte und Behörden versuchen ständig, der Bevölkerung die gleiche Botschaft zu vermitteln: Vorbeugung sei der beste Schutz.

Ärztin Daniela Miu sagte:_ "Impfstoffe sind wunderbar. Was sie in einem Jahr geschafft haben, ist unglaublich, und wir sind sehr dankbar für die Anstrengungen, die die weltweite Gemeinschaft unternommen hat, um den Impfstoff zu ermöglichen."_

Valerio Gheorghita ist der Koordinator der Impfkampagne in Rumänien:_ "Die Pandemie wird mit dieser vierten Welle nicht vorbei sein. Leider wird das Virus in der Bevölkerung verbleiben, weiter zirkulieren. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass sich die Pandemiesituation verbessern wird, im Gegenteil: es ist die Jahreszeit der Atemwegserkrankungen und es ist ein Virus, das sich über die Atemwege verbreitet."_

Wirkt das EU-Rezept?

Die Dringlichkeit der Situation in Rumänien ist auch in Brüssel angekommen. Der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar Thierry Breton, der die EU-Impfstoff-Taskforce verantwortet, besuchte das Land, sprach mit den Behörden und richtete eine Botschaft an die Einheimischen: Um die Pandemie zu bekämpfen, habe man zwei Instrumente - den Impfstoff, aber auch das grüne Zertifikat, das uns allen die Freizügigkeit gewährt."

Thierry Breton sagte gegenüber Euronews: "Als Kommissar habe ich mit meinem Team daran gearbeitet, diese Bescheinigung verfügbar zu machen. Es funktioniert jetzt für die 27 Länder, aber nicht nur dort. Es funktioniert so gut, es ist so nützlich, dass jetzt bereits 75 Länder außerhalb der EU das Zertifikat übernommen haben. Denn grüner Pass plus Impfstoff ist die Lösung, um die Pandemie loszuwerden."

Das rumänische Gesetz zur Einführung des grünen Zertifikats ist im nationalen Parlament blockiert, nachdem die Sozialdemokraten und die rechtsextremen Senatoren es abgelehnt haben. Die Diskussionen in der Abgeordnetenkammer dauern an.