Heizen oder Essen? Immer mehr Briten sind auf Tafeln angewiesen

Spendenbox am Eingang der Norwood & Brixton foodbank in London
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Von Euronews mit AFP
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Die Inflation kletterte im Dezember auf 5,4 %, den höchsten Stand seit 30 Jahren. Heiz- und Lebenshaltungskosten steigen. Das Profil der Tafel-Kunden hat sich gewandelt. Viele haben eine Arbeit, aber nicht genug Geld, um alle Kosten zu decken.

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Heizen oder Essen kaufen, diese Frage beschäftigt in diesem Winter auch in Großbritannien immer mehr Haushalte.

Inflation und Lebenshaltungskosten sind spürbar angestiegen. Konsequenz: Die Zahl der Menschen, die sich wie hier in London in Lebensmittelbanken versorgen, ist spürbar angestiegen.

Nach Angaben der Wohltätigkeitsorganisation Trussell Trust, einem der größten Tafel-Betreiber im Land, wurden allein im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Pakete an Menschen in Not ausgegeben.

Das entspricht einem Anstieg um 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Trend macht sich aber schon seit 2015 bemerkbar. Laut Trussell Trust waren 2021 980.000 der zu versorgenden Bedürftigen Kinder.

"Normalerweise lege ich Lebensmittelspenden in den Einkaufswagen"

Viele Tafelkunden mussten sich zum ersten Mal bei einer Lebensmittelbank einschreiben. "Ich glaube, es gibt viele Menschen die noch nie zuvor in dieser Situation waren", erklärt die 45-jährige Heidi, die in Colchester Foodbank im Londoner Osten ihren Korb mit gespendeten Waren füllt und lieber nicht gefilmt werden möchte.

"Irgendwann ganz früher war ich ein erstes Mal eingeschrieben, nun bin ich es wieder. Normalerweise lege ich Lebensmittelspenden bei Sammelaktionen im Supermarkt in den Einkaufswagen, nun brauche ich selber welche."

Der Grund? Alle Preise seien gestiegen, die Rechnungen sind sehr hoch, sagt Heidi. "Der Strom ist teurer geworden. Ich gebe jetzt rund 80 Pfund (95 Euro) im Monat dafür aus, im letzten Jahr waren es 40 oder 50 Pfund."

Inflation auf dem höchsten Stand seit 30 Jahren

Die Inflation kletterte im Dezember auf 5,4 % und erreichte damit den höchsten Stand seit dreißig Jahren.

Elizabeth Mytom von der Norwood & Brixton food bank stellt fest, dass sich das Profil der Tafel-Kunden gewandelt hat.

"Es gibt definitiv mehr Leute, die einen Job haben, die arbeiten, die aber die Lebenshaltungskosten nicht decken können, weil sie jetzt so hoch und die Löhne nicht gestiegen sind. Aber es gibt auch viele Leute, die ihre Arbeit verloren haben.

Die Lebenshaltungskosten in Großbritannien werden im April voraussichtlich weiter ansteigen, weil eine Steuererhöhung erwartet wird.

Die Zahl der Tafelkunden wird wohl nicht so schnell wieder abnehmen.

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