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Innovatives Wassermanagement in Katar für eine nachhaltige Zukunft

Von Miranda Atty, Scheherazade Gaffoor
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Innovatives Wassermanagement in Katar für eine nachhaltige Zukunft
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Korallenriffe zählen zu den vielfältigsten Lebensräumen der Erde und beherbergen ein Viertel aller Meeres-Arten. Wissenschaftler warnen jedoch, dass bis 2050 mehr als 90 Prozent der weltweiten Riffe verloren gehen könnten, wenn nicht dringend etwas gegen die globale Erwärmung unternommen wird.

Rettung von Korallenriffen

An der Meeresabteilung der Universität Katar bemühen sich Wissenschaftler der Abteilung für Biologie und Umweltwissenschaften und des Environmental Science Center mit einem Projekt zur Wiederherstellung von Korallenriffen um den Schutz der Korallen im Arabischen Golf.

Neunzig Kilometer vor der Küste der Hauptstadt Doha werden in einer Korallenbaumschule Korallenfragmente von Spenderkolonien aufgezogen, bis sie wieder in ihre geschädigten Riffe zurückkehren können. Fast ein Viertel der weltweiten Riffe ist bereits zerstört. "Wir sind jetzt leider an einem Punkt angelangt, an dem wir nicht mehr darauf vertrauen können, dass sich die Natur von selbst erholt, wenn man ihr ihren Lauf lässt", sagt Pedro Range, wissenschaftlicher Assistenzprofessor.

Foto: Qatar University
KoralleFoto: Qatar University

Radhouane Ben-Hamadou, außerordentlicher Professor für Meereswissenschaften und Leiter des MARESCO-Teams, sagt, dass Tauchgänge und Initiativen wie diese unerlässlich sind, um das Wachstum und die Sterblichkeitsraten zu verstehen, insbesondere in extremen Klimazonen. Obwohl der Arabische Golf das wärmste Meer der Welt ist, sind die Rekrutierungsraten der Korallen hoch: Winzige Korallenlarven schwimmen davon und setzen sich an neuen Riffgemeinschaften fest. Eine Aufzuchtstation an Land hilft den Korallen außerdem, sich unter optimalen Bedingungen zu vermehren.

Katar ist auch die erste Hochschule des Landes, an der Frauen Meereswissenschaften studieren können. "Ich liebe die Natur sehr. Um dabei zu helfen sie und den Ozean zu schützen, will ich Meereswissenschaftlerin werden", sagt die Studentin Noora Nasser Al Thani.

Nachhaltigkeit im Wasser

Im Wissenschafts- und Technologiepark von Katar arbeiten Wissenschaftler des Global Water Sustainability Centre von ConocoPhillips an der Erforschung umweltbezogener Technologien wie Wasserreinigung und Abwasserrecycling, primär im Zusammenhang mit den Öl- und Gasaktivitäten im Land.

Geschäftsführer Samer Adham sagt: "Es ist kaum bekannt, dass für jedes geförderte Barrel Öl, drei bis fünf Barrel Wasser produziert werden. Aber dieses Wasser wird normalerweise entsorgt. Wir pumpen es in die Lagerstätte zurück, um den Lagerstättendruck aufrechtzuerhalten und die Ölförderung zu verbessern."

Das Zentrum will auch Kinder über den Wert des Wassers und die Bedeutung des Umweltschutzes aufklären.

Foto: ConocoPhillips
Qatar Science and Technology ParkFoto: ConocoPhillips

Entsalzung steht im Fokus

Katar hat riesige Wüstengebiete, aber leicht verfügbares Meerwasser. Um es trinkbar zu machen, wurde in der riesigen Anlage Umm Al Houl die Methode der Umkehrosmose in großem Maßstab eingeführt.

Dort werden täglich 725 Megaliter Brauchwasser produziert. Damit 47 Prozent der Bevölkerung zu versorgen, ist ein komplizierter Prozess: "Indem wir das Wasser einem bestimmten Druck aussetzen, können wir die Ionen mittels der Membran trennen. Das Salz bleibt auf der einen Seite und auf der anderen Seite erhalten wir das Trinkwasser bzw. das Produkt", erklärt der Leiter der Acciona-Anlage, Pedro Cortes Reyes.

Der Prozess ist hochtechnologisch und dennoch nachhaltig, erklärt der Direktor von Acciona Desalination Middle East, Guillermo Hijos Gago: "Unser Unternehmen konzentriert sich auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz, Big Data, neuronalen Netzen und anderen digitalen Lösungen, um sicherzustellen, dass wir die Effizienz unserer Anlagen steigern, die Effizienz durch die Verbesserung unseres Chemikalienverbrauchs erhöhen - aber vor allem durch die Reduzierung unseres Energieverbrauchs."

Foto: Acciona
Entsalzung nach dem Umkehrosmose-PrinzipFoto: Acciona

Das Water Center am Qatar Environment and Energy Research Institute, kurz Qeeri, widmet sich ebenfalls realistischen und innovativen Lösungen: "Wir befassen uns mit der Entwicklung neuartiger Technologien, die energieeffizienter sind und mit erneuerbaren Energien kombiniert werden können, da wir im Land auf Solarenergie umsteigen", sagt Dr. Jenny Lawler, die leitende Forschungsdirektorin von Qeeri.

Die Vision Katars konzentriert sich eindeutig auf die Wassersicherheit unter schwierigen Bedingungen und zielt darauf ab, in einer nachhaltigen Zukunft genügend Trinkwasser für alle zur Verfügung zu stellen.