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Mit russischem Pass und gebrochenem Herzen: So fühlen sich Russen in der Ukraine

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Von Euronews  mit AFP
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Kiewer Unabhängigkeitsplatz kurz nach dem russischen Angriff (28.2.2022)
Kiewer Unabhängigkeitsplatz kurz nach dem russischen Angriff (28.2.2022)   -   Copyright  SERGEI SUPINSKY/AFP or licensors

In der Ukraine gibt es viele Menschen mit russischem Pass, die Putins Invasion strikt ablehnen und selbst unter ihr zu leiden haben. Andrei Sidorkin zum Beispiel. Er lebt im eingekesselten Kiew, würde gerne helfen, aber kann nicht:

"Ich bin schon fünfmal zum Einberufungsamt gegangen, wurde aber jedes Mal zurückgeschickt, weil ich einen russischen Pass habe. Ich habe versucht, auf andere Weise durchzukommen, bin bis nach Asow gegangen, aber bisher ohne Erfolg. Deshalb melde ich mich freiwillig."

"Das Misstrauen der Polizei ist enorm"

Sascha Aleksejewa lebt in Lwiw, die Stadt nahe der polnischen Grenze, die noch nicht bombardiert wurde. Sie sagt, sie schäme sich für das, was Russland tut, und versichert, dass die Invasion ihr und vielen anderen das Herz gebrochen habe.

"Es ist schwierig für Menschen, die sich seit Langem ohne rechtliche Grundlage in der Ukraine aufhalten. Ich kenne Leute, die seit zehn Jahren ohne legalen Grund hier leben. Und jetzt können sie nirgendwohin mehr ausreisen, selbst wenn sie es wollten. Und das Misstrauen der Polizei, der Sicherheitsdienste ihnen gegenüber ist natürlich enorm."

"Dies ist auch meine Heimat"

Eine doppelte Strafe für Menschen mit russischem Pass und ukrainischem Herzen, die sich hilflos und nutzlos fühlen. Andrei ist verzweifelt und wütend, dass er seinen Freunden nicht helfen kann, die Verteidigung von Kiew vorzubereiten.

"Zunächst einmal ist dies auch meine Heimat, wie für alle anderen Menschen in Kiew, und ich muss und will sie auch schützen. Und außerdem, wenn das passiert, Gott bewahre, dass russische Truppen hier einmarschieren, dann möchte ich ihnen mit Waffen begegnen und nicht mit leeren Händen."