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Kriegstaktiken in der Ukraine

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Von Sergio Cantone
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Kriegstaktiken in der Ukraine
Copyright  AP Photo

Die russische Armee greift in der dritten Woche weitere Städte in der Ukraine an. Vor allem die Zivilbevölkerung leidet: Tausende Menschen wurden getötet, Millionen sind auf der Flucht.

Städte wie Mariupol, Charkiw und Tschernihiw stehen unter schwerem Beschuss durch Raketen, schwere Artillerie und Luftangriffe.

Es sei eine typische russische Taktik: Wenn ihre Truppen einen wehrhaften Feind nicht überwältigen können, setzen sie schwere Waffen ein, so Siemon Wezeman vom Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI):

"Es spielt keine Rolle, ob der Feind in der Stadt ist oder nicht, sie sprengen sie, genauso wie sie Grosny in Tschetschenien gesprengt haben, wo sie zuerst versucht haben, mit kleinen Truppen einzudringen und die Stadt von den tschetschenischen Rebellen zu übernehmen. Das hat nicht funktioniert, also haben sie beschlossen, "ok, Block für Block werden wir diese Stadt in Stücke sprengen."

Typische russische Militärtaktik

Eine Methode, die in Syrien mit verheerenden Folgen in Aleppo angewandt wurde. Die Stadt war unerbittlichem Beschuss und Luftangriffen ausgesetzt. Jetzt kündigte Russland die Entsendung von syrischen Spezialeinheiten in die Ukraine an, die Erfahrungen mit dem Krieg in Städten haben.

Für die ukrainische Armee ist es lebenswichtig, die Einkesselung von Kiew zu vermeiden. Die Hauptstadt soll nicht zu einem Bollwerk werden.

Die russische Offensive scheint viel langsamer voranzukommen als vom Kreml erwartet. Die Generäle wollen eine Pattsituation vermeiden, ihre Panzer scheinen ein leichtes Ziel für die flexible ukrainische Militärtaktik zu sein.

"Auf der anderen Seite haben die Ukrainer seit 2014 diese Taktiken mit kleinen Einheiten trainiert, auch mithilfe verschiedener westlicher Militärs, die die Ukrainer seitdem trainieren, eine ganze Reihe von ihnen vor allem in dem Bereich delegierte Kommandos und kleine Operationen", so Wezeman.

Die Ukrainer verteidigen ihr Land. Dank ihrer Übermacht rücken die Invasoren weiter voran. Die beiden Seiten kämpfen darum, jeweilige militärische Erfolge als diplomatisches Instrument im Falle eines Waffenstillstands zu nutzen. Dabei nimmt die Brutalität des Krieges mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung ständig zu.