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Die Reue des Xavier Naidoo: "Von Verschwörungserzählungen geblendet"

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Von Euronews  mit dpa, Instagram, Twitter
Xavier Naidoo 2016
Xavier Naidoo 2016   -   Copyright  Markus Schreiber/AP

In einem Video erklärt der Sänger Xavier Naidoo, er habe "Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue". Der 50-Jährige sagt, dass er sich von allen Extremen distanziere - insbesondere von rechten und verschwörerischen Gruppen: "Es ist mir wichtig, dass ich mich von allen rechten Gruppen distanziere... Ich war von Verschwörungserzählungen geblendet und habe sie nicht genug hinterfragt, habe mich zum Teil instrumentalieren lassen." Er sei "wie in einer Blase" gewesen. 

Schon vor der Corona-Pandemie galt Naidoo als der Reichsbürger-Bewegung und anderen rechtsextremen Gruppen nahestehend. Er war auch wegen antisemitischer Äußerungen in einen jahrelangen Rechtsstreit verwickelt.

Zum Nachdenken gebracht habe ihn der Krieg in der Ukraine. Offenbar kommt seine Frau Julia, mit der Naidoo einen Sohn hat, von dort.

 Seit er sich den Corona-Leugnern angeschlossen hatte, war der Musiker von mehreren Sendern gesperrt worden.

Der auf die extrem rechte Szene in Deutschland spezialisierte Journalist Julius Geiler schreibt zu Naidoo auf Twitter: "Einer der größten und einflussreichsten Verschwörungsideologen der vergangenen Jahre gibt zu, sich verrannt zu haben. Fraglich, ob man massig Antisemitismus, Homophobie und Verschwörungsmythen in einem dreiminütigen Instagram-Video wieder glattbügeln kann."

Andere Twitter-User meinen, auf Worte müssten Taten folgen.

Oder sie vermuten, Naidoo sei von seinem Manager zu einer Änderung seiner Position gedrängt worden. So schreibt @holgereluard. "Der Manager von #XavierNaidoo hat ihm offensichtlich klarmachen können, dass die rechtsextreme Käufergruppe zu klein ist, um ihm durch Downsloads ein sorgenfreies Leben zu garantieren. Da wird man schnell vom Saulus zum Paulus."

Der Experte für Verschwörungstheorien Josef Holnbuger fordert mehr von Xavier Naidoo. Der Sänger müsse auch Namen von Gruppen nennen: "Wenn er sich jetzt tatsächlich distanzieren will, braucht es mehr als ein vages distanzieren von unbenannten Gruppen und Sichtweisen. Es braucht eine (mglw. juristische) Konfrontation und Aufarbeitung. Der von ihm verbreitete Antisemitmus ist nicht mit einem Videostatement weg."

Allerdings sei es in den vergangenen Monaten tatsächlich sehr still geworden auf Naidoos Kanälen.