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Israels Polizei stoppt umstrittenen Flaggenmarsch

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Von Julika Herzog  mit dpa, AP
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Raketenbeschuss im Gazastreifen
Raketenbeschuss im Gazastreifen   -   Copyright  Adel Hana/AP

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben in der Nacht zum Donnerstag erneut Raketen auf das israelische Grenzgebiet abgefeuert. Die Geschosse wurden von der Raketenabwehr "Iron Dome" abgefangen. Israel reagierte mit Luftangriffen.

Flaggenmarsch nationalistischer Israelis in Jerusalem

Zuvor hatten israelische Polizeikräfte in Jerusalem einen umstrittenen Flaggenmarsch nationalistischer Israelis gestoppt. Auch der rechtsgerichtete Abgeordnete Itamar Ben Gvir war dabei.

Kurz nach Beginn des Marsches wurden die rechtsextremen Demonstranten durch eine Polizeiblockade aufgehalten, es kam zu Schubsereien. Die Polizei hatte den Marsch, der entlang der Mauern der Jerusalemer Altstadt führen sollte, aus Sicherheitsgründen verboten.

Militante Palästinenserorganisationen hatten im Vorfeld scharfe Warnungen gegen den Marsch ausgesprochen. Man habe «den Finger am Abzug», hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Im vergangenen Jahr hatte ein ähnlicher Marsch einen elftägigen Konflikt ausgelöst, damals wurden 255 Palästinenser getötet. In Israel starben 14 Menschen an den Folgen.

Ziel des Marsches war es, gegen gewalttätige Angriffe auf Juden in Jerusalem in den letzten Tagen zu protestieren. Palästinenser hatten etwa Busse auf dem Weg zur Altstadt mit Steinen beworfen, und gläubige Juden waren auf dem Weg zur Klagemauer geschlagen worden.

Palästinenser sehen den Marsch, der auch durch den arabisch geprägten Ostteil Jerusalems führen sollte, als Provokation. Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Zusammenstöße auf Tempelberg zu Ostern, Pessach und Ramadan

Die Lage in Jerusalem war zuletzt wieder extrem angespannt. In den vergangenen Tagen war es auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) zu Zusammenstößen von Palästinensern mit israelischen Sicherheitskräften gekommen. Dabei gab es zahlreiche Verletzte. Die Auseinandersetzungen verschärften die Spannungen nach einer Terrorwelle in den vergangenen Wochen weiter. Auch am Donnerstagmorgen gab es Berichte über neue Konfrontationen auf der heiligen Stätte.

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Die Anlage steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Die Palästinenser werfen Israel vor, es wolle seine Kontrolle der heiligen Stätte ausweiten.

Israel betont dagegen, es wolle die Freiheit aller Religionen gewährleisten. Der muslimische Fastenmonat Ramadan fiel in diesem Jahr mit Ostern und dem jüdischen Pessachfest zusammen. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Dagegen wird aber immer wieder verstoßen.