EventsVeranstaltungenPodcasts
Loader
Finden Sie uns
WERBUNG

"Meine Heimat ist hier in der Ukraine": Leben unter russischem Beschuss

Leben in den Trümmern
Leben in den Trümmern Copyright Leo Correa/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.
Copyright Leo Correa/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.
Von Euronews mit afp
Zuerst veröffentlicht am
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Nicht alle Menschen in der Ukraine hatten die Chance oder die Mittel zu fliehen. Vor allem Alte und Schwache blieben zurück und berichten von ihrem Alltag in den Trümmern.

WERBUNG

Knapp 13 Millionen Menschen hat der Krieg in der Ukraine in die Flucht getrieben, mehr als 5 Millionen von ihnen ins Ausland. Doch nicht alle hatten die Chance und die Mittel, ihre Heimat zu verlassen. 

Rubischne: "Man kann nicht zweimal sterben"

Eine Gruppe von älteren Menschen harrt seit Wochen in einem Keller in Rubischne in der Ostukraine aus. Ihre Stadt gleicht einem Schlachtfeld, doch ans Aufgeben denken sie nicht.

"Meine Heimat ist hier. Wohin sollte ich denn gehen?", fragt Mikhailo. Auf die Frage eine AFP-Reporterin, ob er keine Angst habe, erwidert er: "Angst wovor? Man kann ja nicht zweimal sterben.“

Etwa ein Dutzend Menschen hat hier mit Mikhailo unter der Erde Zuflucht gefunden. Einige waren seit Wochen nicht mehr draußen. Sie alle hatten keine andere Wahl, als in Rubischne zu bleiben.

Lyudmila lebt seit Mitte März mit ihrer Mutter hier. "Genau wie viele andere hatten wir keine Verwandten oder einen Ort in der Ukraine, um Schutz zu finden", sagt die Ukrainerin. "Deshalb sind wir hier geblieben. Meine Mutter wird im August 90 Jahre alt. Wir können nicht fliehen, ich müsste sie die ganze Zeit tragen.“

Charkiw: Leben im Untergrund

200 Kilometer weiter nördlich, in der Stadt Charkiw, hausen mehrere hundert Menschen in einer U-Bahn-Station - so auch Elena. Als ihr Dorf von der russischen Armee überrannt wurde, flohen sie und ihre Familie nach Charkiw zu Verwandten. Doch schnell wurde ihnen klar, dass sie auch dort nicht in Sicherheit sind.

"Bei meiner Großmutter sahen wir, wie die ukrainische Armee einen Hubschrauber abschoss. Dann rauschten russische Flieger an", berichtet Elena. "Wir hatten so große Angst, dass wir schließlich in die U-Bahn geflüchtet und dann auch hier geblieben sind.“

"Die meisten sind alt und wollen Charkiw nicht verlassen"

Yulia ist 36 Jahre alt und arbeitet als freiwillige Helferin in der U-Bahn von Charkiw. Sie verteilt Hilfsgüter und ist für Neuankömmlinge da. "Es leben ungefähr 700 Menschen hier in den U-Bahn-Schächten. Die meisten von ihnen wollen Charkiw nicht verlassen", erklärt Yulia. 

Viele der Menschen seien alt und wollten ihrer Heimat nicht den Rücken kehren. "Es ist schon ein Glück, dass sie es überhaupt bis hierher in die U-Bahn geschafft haben. Viele harren so lange in ihren Wohnungen aus, bis die Fensterscheiben durch eine Explosion in Stücke springt.“

Charkiw war einst die zweitgrößte Stadt der Ukraine, hier lebten über 1,5 Millionen Menschen. Heute ist nicht mehr viel von der Metropole übrig. Auch jetzt über das orthodoxe Osterfest wird sie Tag und Nacht beschossen. Zuletzt kamen laut Kiew 150 ukrainische Kämpfer bei einem Angriff auf ein Munitionslager und einen Truppenansammlungsplatz nahe Charkiw ums Leben.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Ukrainische Regierung: Es gibt keinen humanitären Korridor in Mariupol

"Wir sind wie eine Familie": Überlebende in Irpin feiern gemeinsam Ostern

Leben unter russischer Besatzung: "Ich hatte in jeder Sekunde Angst"