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Wege aus der Getreidekrise: Georgien setzt auf 5 "vergessene" Weizenarten

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Von Euronews
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Ein Brot aus georgischem Weizen
Ein Brot aus georgischem Weizen   -   Copyright  Euronews

Inmitten der durch den Krieg in der Ukraine verursachten Getreideversorgungskrise fokussieren sich die Menschen in Georgien mehr und mehr auf heimische Erzeugnisse. In Georgien gibt es fünf endemische Weizenarten, aus denen die Einheimischen früher ein einzigartiges Brot backten. Es besticht durch ein besonderes Aroma und seinen hohen Nährstoffgehalt.

In der früheren Sowjetunion geriet die Tradition des Brotbackens aus georgischem Weizen in Vergessenheit. Die Landwirtschaftsvereinigung "Elkana" hilft georgischen Bäuerinnen und Bauern, einheimischen Weizen anzubauen und ihn als Nischenprodukt zu vermarkten.

Tamaz Dundua arbeitet für "Elkana"und wirft einen Blick in die Vergangenheit: "Vor zwanzig Jahren begannen wir, das Saatgut des Weizens Tsiteli Doli unter den Bauern zu verteilen. Er wurde in einigen Regionen populär. Jetzt sehen wir, wie dieser Weizen zu einem köstlichen Brot gebacken wird. Das ist ein großartiges Beispiel dafür, wie man eine bäuerliche Tradition wiederbeleben kann. Wir planen nun die Einführung weiterer Arten, die sich auf dem Markt sicher durchsetzen werden."

"Am Rande des Aussterbens"

Der Anbau von lokalem Weizen ist in Georgien allerdings immer noch selten. Anzor Maisuradze ist einer der wenigen Landwirte, die georgischen Weizen in großem Stil anbauen: "Wir setzen auf Weizensorten, die am Rande des Aussterbens standen. Die Vereinigung Elkana half uns beim Anbau und Vertrieb. Vor 13 Jahren, als ich mit diesem Projekt begann, habe ich eine halbe Tonne verkauft. Dieses Jahr werde ich 80 Tonnen verkaufen und plane, in Zukunft zu expandieren."

Das Interesse an lokalem Brot steigt in diesen Krisenzeiten. Es ist allerdings noch unklar, wann georgisches Brot in den großen Supermarktketten auftauchen wird.