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Dänemark lässt 300 ausländische Straftäter ihre Haft im Kosovo absitzen

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Von Euronews  mit dpa
Gefängnis in Gjilan, 50 Kilometer südöstlich der kosovarischen Hauptstadt Pristina, wo die dänischen Behörden das neue Gefängnis mit 300 Zellen betreiben werden.
Gefängnis in Gjilan, 50 Kilometer südöstlich der kosovarischen Hauptstadt Pristina, wo die dänischen Behörden das neue Gefängnis mit 300 Zellen betreiben werden.   -   Copyright  AP/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.

Dänemark hat mit dem Kosovo einen Vertrag abgeschlossen, der die Unterbringung von in Dänemark  verurteilten Straftätern in einem kosovarischen Gefängnis vorsieht, die abgeschoben werden sollen. 

Die Abschiebehäftlinge sollen dann nach Verbüßen ihrer Haftstrafen vom Kosovo aus direkt in ihre Herkunftsländer geschickt werden.

Wie das dänische Justizministerium am Mittwoch mitteilte, wird das skandinavische EU-Land bis zu 300 Haftplätze im kosovarischen Gefängnis Gjilan anmieten kann, um dort Straftäter dort unterzubringen.

Es handle sich um ein bahnbrechendes Abkommen, das bessere Kapazitäten in den überfüllten dänischen Haftanstalten sichere und den Druck von dänischen Gefängnisangestellten nehme, erklärte Justizminister Nick Hækkerup. Er hat den Vertrag ebenso unterzeichnet wie die kosovarische Justizministerin Albulena Haxhiu.

Nick Haekkerup zufolge gewährleistet das Abkommen, dass die aus Dänemark abgeschobenen Kriminellen auch im Kosovo unter Haftbedingungen einsitzen, die dänischen Standards entsprechen. Dafür werde das Gefängnis in Gjilan im Südosten des Kosovo extra umgebaut, so der dänische Justizminister. 

Das Abkommen bedarf noch der Ratifizierung durch die Parlamente Dänemarks und des Kosovo. Haekkerup gab sich gegenüber der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau jedoch zuversichtlich, dass beide Volksvertretungen grünes Licht geben werden

Eine Absichtserklärung zu dem Vorhaben war bereits im Dezember 2021 unterschrieben worden. Konkret sollen ab Anfang 2023 bis zu 300 in Dänemark verurteilte Straftäter aus Drittländern im Kosovo untergebracht werden.