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Bitcoin fällt auf tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren

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Von euronews & dpa
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Bitcoin
Bitcoin   -   Copyright  AFP

Bitcoin-Anleger hoffen seit Wochen auf eine Trendwende. Lange lag der Kurs der Kryptoanlage im Bereich von 30.000 Dollar - weniger als die Hälfte des Höchststandes vom November 2021. Nun wurde eine weitere psychologisch wichtige Marke nach unten durchbrochen.

Hohe Inflation und steigende Zinsen

Die hohe Inflation und steigende Zinsen machen Digitalwährungen wie dem Bitcoin immer mehr zu schaffen. Auf der Handelsplattform Bitstamp kostete ein Bitcoin im Tief rund 23.300 US-Dollar und damit so wenig wie seit Dezember 2020 nicht mehr. 

Nicht nur die nach Marktwert größte Internetdevise Bitcoin, auch andere Digitalwerte standen unter erheblichem Druck. Der Kurs von Ether, die Nummer zwei am Kryptomarkt, fiel bis auf 1176 Dollar. Dies ist der niedrigste Stand seit Anfang 2021. Der Marktwert aller rund 19.800 Internetwährungen fiel zeitweise auf 971 Milliarden Dollar. Das Rekordhoch vom vergangenen November lag noch bei knapp drei Billionen Dollar.

Steigende Zinsen nehmen die Lust auf Kryptowährungen

Wichtigster Grund für den jüngsten Kurssturz sind weltweit steigende Kapitalmarktzinsen. Die Renditen zeichnen den von vielen Notenbanken betriebenen Kurs einer wesentlich strafferen Geldpolitik nach. Bestärkt wurden die Märkte zuletzt durch Inflationsdaten aus den USA, die am vergangenen Freitag höher als erwartet ausfielen und einen 40-jährigen Höchststand erreichten. 

Für Zinsauftrieb sorgte vergangene Woche auch die Europäische Zentralbank (EZB), die aus Sicht vieler Analysten überraschend deutlich baldige Zinsanhebungen in Aussicht stellte.

Kryptoanlagen leiden unter der Entwicklung in doppelter Hinsicht. Zum einen gelten sie als sehr unsichere Finanzanlagen, da sie im Kurs meist stark schwanken. Da sich mit den steigenden Zinsen aktuell auch das allgemeine Marktumfeld erheblich eintrübt, leiden digitale Werte besonders stark unter der schlechteren Stimmung. 

Hinzu kommt, dass Kryptowährungen keine laufenden Erträge abwerfen. Steigen die Zinsen festverzinslicher Wertpapiere, kommt dieser Nachteil stärker zum Tragen, was die Kurse drückt.