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Nach Gletscherbruch in den Dolomiten: Nur noch fünf Menschen vermisst

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Von Euronews  mit AP, AFP, dpa
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Rettungsarbeiten am Mermolata-Gletscher in Norditalien nach einem Gletscherbruch
Rettungsarbeiten am Mermolata-Gletscher in Norditalien nach einem Gletscherbruch   -   Copyright  AP

Nach dem Gletscher-Unglück in den Dolomiten hat sich die Zahl der Vermissten auf fünf reduziert. Allerdings gestaltet sich die Rettungsaktion aufgrund des instabilen Untergrunds am Gletscher schwierig. Mithilfe von Drohnenüberflügen konnten Kleidungsstücke ausfindig gemacht werden; ob es sich dabei um Bekleidung möglicher Opfer handelt, ist unklar.

"Wir müssen klarstellen, dass die Möglichkeit bei einem solchen Ereignis jemanden lebendig zu bergen, sehr eingeschränkt ist. Die die mechanische Wirkung dieser Art von Lawine hat eine sehr große Auswirkung auf den Menschen, so dass diese Möglichkeit sehr, sehr begrenzt ist", erklärt Alex Barattin von der Alpin-Rettung.

Am Sonntagnachmittag hatte sich eine Lawine aus Eis, Schnee und Geröll vom Gletscher gelöst und mehrere Bergsteiger unter sich begraben. Für sieben Menschen kam jede Hilfe zu spät, acht konnten verletzt geborgen werden. Zunächst war von rund 15 Vermissten ausgegangen worden - mittlerweile haben sich jedoch sieben Menschen bei den Behörden gemeldet.

Experten gehen davon aus, dass derartige Ereignisse eine Folge des Klimawandels sind und in Zukunft häufiger vorkommen werden.

"Es gibt sehr wenig, was wir kurzfristig dagegen tun können, da die Gletscher durch das Klima bedroht sind - es ist einfach zu heiß. Und das liegt auch daran, dass sie nur sehr langsam reagieren. Die Art und Weise, wie sich die Gletscher in den kommenden Jahrzehnten entwickeln werden, wird durch ihre derzeitige Form bestimmt - und die ist für das Klima zu gewaltig. Die Frage "Was können wir tun?" wird vor allem Auswirkungen auf die zweite Hälfte des Jahrhunderts haben", erklärt Klimaforscher Harry Zekollary.

Wegen der drohenden Gefahr weiterer Lawinen und für den ungestörten Ablauf der Rettungsarbeiten blieb das Gebiet um den Berg vorerst weiter gesperrt, wie die Autonome Provinz Trient mitteilte, an deren Grenze zur Region Venetien die Marmolata liegt. Ab Donnerstag sollen 15 Spezialisten und Hunde bei der Suche nach möglichen Opfern eingesetzt werden.