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"Sex mit neuen Partnern überdenken": WHO empfiehlt gezielte Affenpocken-Impfungen

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Von Euronews  mit AP, dpa
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Ein Mann bekommt in Montréal eine Impfung gegen Affenpocken, 23.07.2022
Ein Mann bekommt in Montréal eine Impfung gegen Affenpocken, 23.07.2022   -   Copyright  Graham Hughes/Copyrighted

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt angesichts der sich ausbreitenden Affenpocken gezielte Impfungen für Gruppen mit einem hohen Infektions- und Expositionsrisiko - wie etwa Beschäftigte im Gesundheitswesen und Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern. Eine Empfehlung für Massenimpfungen gab sie nicht.

WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, dass der jüngste Ausbruch gestoppt werden könne, wenn Länder, Communitys und Einzelpersonen sich informierten und die Risiken ernst nehmen würden. Sie seien es auch, die Schritte unternehmen müssten, um der Übertragung Einhalt zu gebieten und Risikogruppen zu schützen.

Derzeit wird der Pockenimpfstoff Imvanex, ein MVA-Impfstoff, zur Impfung gegen Affenpocken eingesetzt. Er ist bereits in Kanada, den USA und der Europäischen Union zugelassen. Zudem befinden sich zwei weitere Impfstoffe in der Prüfung, allerdings stehen Daten zur Wirksamkeit und zur Anzahl der zum Schutz erforderlichen Impfdosen noch aus.

Bei dem jüngsten Ausbruch der Affenpocken in Europa waren zu 98 Prozent Männer betroffen, die häufig wechselnde Sexualkontakte mit anderen Männern hatten. Die WHO empfiehlt, den Sex mit neuen Partnern zu überdenken und mit jedem Partner Kontaktdaten auszutauschen, um sie bei Bedarf zu kontaktieren.

Die WHO betonte gleichzeitig, dass sich jede:r durch enge Kontakte, wie etwa Umarmungen, Küsse oder kontaminierte Handtücher und Bettwäsche, anstecken kann. Seit Mai haben die Behörden mehr als 18.000 Fälle von Affenpocken in 78 - zumeist europäischen - Ländern registriert, in denen das Virus bislang noch nie aufgetreten war.