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Ferdinand Marcos: "Whitewashing" der Familiengeschichte

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Von euronews
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Ferdinand Marcos Junior
Ferdinand Marcos Junior   -   Copyright  Aaron Favila/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Ferdinand Marcos Junior, genannt Bong Bong, ist seit Ende Juni Staatsoberhaupt und Regierungschef der Philippinen. Als sein Vater, Ferdinand Marcos Senior, an der Macht war, gab es kein Internet und keine Sozialen Medien. Im Februar 1986 wurde Marcos der Ältere vom Militär gestürzt, er starb 1989 im Exil auf Hawai'i.

„Planmäßig reingewaschen“

Dass der Diktator in seiner Amtszeit mit harter Hand gegen Oppositionelle vorging, dass aus politischen Gründen gefoltert und getötet wurde und die Herrscherfamilie riesigen Reichtum anhäufte, ist auf den Philippinen heute vielen nicht mehr bekannt. Auch weil der jetzige Präsident seine Familiengeschichte und damit auch die Geschichte seines Landes planmäßig reinwäscht, meint Francis Gealogo, Geschichtsprofessor an der Ateneo-Universität Manila. Er sagt zum "Whitewashing" der Familiengeschichte:

„Meiner Meinung nach war diese Rückkehr systematisch und geplant. Diese Sozialen Medien wurden auch zu einer Möglichkeit für die Familie Marcos, sich selbst umzudeuten. (...) Wir haben eine ganze Generation von Schulabgängern, die sehr wenig über die philippinische Geschichte weiß, weil dieses Thema aus dem Bildungsangebot entfernt wurde“, so Gealogo.

Für viele auf den Philippinen ist das Internet gleichbedeutend mit Netzwerken wie Facebook, Youtube und TikTok. Ein Vertreter von Facebook hat die Philippinen als „Patient Null" in Sachen Wahlmanipulation bezeichnet. Und dort ließ Bong Bong Marcos im Wahlkampf massenhaft Inhalte verbreiten, in denen sein Vater nicht als Diktator, sondern als Wohltäter dargestellt wurde.

„Ich glaube nicht, dass er Menschen ohne Grund töten ließ“, so eine Frau.

Ein Mann meint: „Wir wissen nicht ganz genau, warum wir ihn gewählt haben."

Als Bong Bong Marcos Ende Juni rund 36 Jahre nach dem Sturz seines Vaters philippinischer Präsident wurde, kam es zu Protesten. Nicht alle haben die Marcos-Diktatur vergessen.