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Stinkende Luft in Marseille: Wie gefährlich sind Kreuzfahrtschiffe für die Umwelt?

Kreuzfahrtschiffe als Umweltsünder
Kreuzfahrtschiffe als Umweltsünder Copyright Euronews
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Von Frank Weinert
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Für die einen sind es die "Wunder der Meere", für andere sind Kreuzfahrtschiffe gigantische Umweltsünder. Nicht nur in Marseille gibt es Widerstand.

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Für die einen ist es ein wahrhaftes "Wunder der Meere", andere erleben mit dem gigantischen Schiff ihr blaues Wunder. 362 Meter lang, 15 Pools, ein Surfsimulator, eine Eisbahn ... Im Juni blockierten Umweltschützer das riesige Kreuzfahrtschiff in Marseille.

Michèle Rauzier hat in ihrem Haus in der Nähe des Hafens Partikelsensoren installiert, um die Belastung durch die Abgase der Schiffe zu messen. Ihr Leben auf dem Hügel sei ein Albtraum: "Da wir uns auf einer Klippe befinden, auf gleicher Höhe mit den Schornsteinen der Schiffe, sind wir einer außergewöhnlichen Verschmutzung ausgesetzt. Die Luftverschmutzung ist natürlich sehr gefährlich, denn in diesem Viertel gibt es gesunde Menschen, die nicht rauchen, die an Krebserkrankungen der Atemwege gestorben sind, und es werden immer mehr. Wir sind sehr besorgt."

Nach Angaben von „AtmoSud“ ist der Schiffsverkehr für 39 Prozent der Stickstoffdioxid-Emissionen m Großraum Marseille verantwortlich, knapp hinter dem Straßenverkehr mit 45 Prozent: "Ein Schiff, das eine Stunde lang in Marseille anlegt, entspricht 30.000 Fahrzeugen, die eine Stunde lang mit 30 km/h in Marseille fahren."

Trotz des Zorns in der Bevölkerung von Marseille verweisen Reiseveranstalter auf die wirtschaftlichen Vorteile für die Stadt: "Die Restaurantbesitzer haben erzählt, dass sie 20 Prozent mehr Umsatz haben, seit die Kreuzfahrtpassagiere und die Besatzungsmitglieder zurück sind. Es ist also wirklich ein Aufschwung, der den Taxis und Bussen Arbeit gibt. Wenn man einen großen Tag mit vielen Zwischenstopps hat, machen die Taxis 100.000 Euro Gewinn pro Tag."

Auch anderswo wünscht mancher die Riesenschiffe zum Teufel: In Barcelona, auf den Balearen oder in Venedig wurden Aktionen zum Verbot der Seeungeheuer gestartet. In Nizza oder Ajaccio gab es diesen Sommer Mobilisierungen gegen die Linienschiffe. Die Gegner dieses Tourismusmodells wollen nicht, dass das Mittelmeer zur Müllhalde der Welt wird.

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