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IAEA-Chef beim Atomkraftwerk Saporischschja: "Mein Team bleibt"

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Von su  mit dpa
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Nach ihrer Ankunft in dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja in der Südukraine ist offen, wie lange die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA dortbleiben werden. IAEA-Chef Rafael Grossi schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, seine Organisation sei  «hier, um zu bleiben» und weiterhin präsent zu sein.

Rafael Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation:

„Wir schließen unsere lang erwartete Besichtigung des Kernkraftwerks Saporischschja ab. Ich habe gerade eine erste Tour durch die Schlüsselbereiche hinter mir, die wir bei dieser ersten Annäherung an die gesamte Anlage sehen wollten. Natürlich gibt es noch viel mehr zu tun, mein Team bleibt, und was am wichtigsten ist, wir bauen eine kontinuierliche Präsenz der IAEA hier auf."

Russland hatte sich offen für eine dauerhafte IAEA-Mission am Kraftwerk gezeigt. Kiew besteht hingegen auf dem vollständigen Abzug der russischen Truppen und einer Entmilitarisierung der Kraftwerksumgebung, was Moskau ablehnt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj:

„Die Entmilitarisierung des Kraftwerksgeländes  ist das Ziel der ukrainischen und internationalen Bemühungen. Und es ist schlimm, dass wir von der IAEA die entsprechenden Ansagen noch nicht gehört haben, obwohl wir während unseres Treffens in Kiew mit Herrn Grossi darüber gesprochen haben. Es war der Schlüssel, der zentrale Sicherheitspunkt unserer Vereinbarungen. Er war klar umrissen: Entmilitarisierung und volle Kontrolle durch unsere Kraftwerksarbeiter.“

Vertreter Russlands wie der Ukraine lobten die Atomexperten für ihre Entschlossenheit, trotz des Kriegs das
Kraftwerk aufgesucht zu haben. Im Umfeld des Besuchs wurde die Anlage laut ukrainischen Angaben wieder beschossen. International ist die Sorge groß, dass es zu einer Atomkatastrophe kommen könnte.

Russland rief erneut den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York an und beantragte, dass die Mitglieder des mächtigsten UN-Gremiums am 6. September erneut über das AKW sprechen.

"ANTIRUSSISCHE ENKLAVE"

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach mehrals einem halben Jahr Krieg gegen die Ukraine als weiteres Ziel die Beseitigung einer angeblichen «antirussischen Enklave» formuliert.Auf dem Gebiet der heutigen Ukraine entstehe gerade ein solches Gebiet, das Russland bedrohe, sagte der Staatschef vor
Schülern in Russlands Ostsee-Exklave Kaliningrad der Nachrichtenagentur "**Interfax"**zufolge.

Mit der Formulierung deutete der Kremlchef einen prinzipiellen Besitzanspruch auf das Nachbarland an. Zumindest sprach er damit der Ukraine die Souveränität über einen Teil ihres Territoriums ab. Offizielles russisches Kriegsziel ist bisher die angebliche «Befreiung» der Gebiete Donezk und Luhansk von "ukrainischen Nationalisten". Internationale Beobachter sehen das aber als Vorwand - erst recht, seit Russland auch weite Teile anderer ukrainischer Regionen besetzt hat.

su mit dpa