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Angst vor "Kriegswinter": So wollen Deutschland, Schweden und Finnland die Energiekrise stemmen

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Von Euronews  mit AFP/DPA/AP
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Gasübernahmestation in Lubmin
Gasübernahmestation in Lubmin   -   Copyright  Stefan Sauer/(c) Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Mit diversen Finanzhilfen versuchen Regierungen in Europa angesichts steigender Inflation und Energiekosten den Haushalten unter die Arme zu greifen.

Die deutsche Bundesregierung hat ein drittes, rund 65 Milliarden Euro schweres Entlastungspaket verabschiedet, das unter anderem Direktzahlungen für Rentner und Studierende, Steuererleichterungen auch eine Strompreisbremse für einen gewissen Basisverbrauch vorsieht.

Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 fließt nach wie vor kein Gas. Russland hat die Lieferung nach Sanktionen wegen des Angriffs auf die Ukraine gekappt.

Warnung vor Finanzkrise in nordischen und baltischen Ländern

Mit Konsequenzen auch für Schweden und Finnland: Die Regierung in Stockholm will deshalb mit Milliarden-Garantien für Energieunternehmen in nordischen und baltischen Ländern eine Finanzkrise verhindern.

Ministerpräsidentin Magdalena Andersson warnte, dem Land stehe ein "Kriegswinter" bevor. Werde nicht rasch gehandelt, könnte dies zu ernsthaften Störungen im Finanzsystem der nordischen und baltischen Länder führen. Es bestehe die Gefahr, dass die Stromerzeuger nicht über die notwendige Liquidität verfügten, um den Ausfall von Nord Stream 1 abzufedern.

Die Finanzierungsgarantien sollen bereits an diesem Montag vor Schließung der Börsen in Kraft treten und Laufe der nächsten zwei Wochen dann alle nordischen und baltischen Energieunternehmen abdecken. 

Die schwedische Regierung will dafür umgerechnet etwa 23 Milliarden Euro bereitstellen, die finnische rund zehn Milliarden Euro, wie Ministerpräsidentin Sanna Marin ankündigte. Dies solle dazu dienen, den akuten Liquiditätsbedarf der die in der Stromerzeugung tätigen Unternehmen zu decken.

Die jüngsten starken Preisschwankungen auf dem Stromterminmarkt machten es erforderlich, dass die Regierung schnell Maßnahmen ergreife, um die Marktstabilität zu gewährleisten.

Auch über eine Übwergewinnsteuer für Stromerzeuger, die von den hohen Energiepreisen profitieren, wird in Finnland diskutiert - bislang allerdings ohne konkrete Maßnahmen.