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Weltweit erste Fähre mit Partikelfilter

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Von Julika Herzog  mit AFP
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Weltweit erste Fähre mit Partikelfilter: "Le Piana" des französischen Unternehmens "La Méridionale"
Weltweit erste Fähre mit Partikelfilter: "Le Piana" des französischen Unternehmens "La Méridionale"   -   Copyright  NICOLAS TUCAT/ AFP or licensors

Im Hafen von Marseille legt eine von Umweltaktivisten gefeierte Weltneuheit ab: Die Fähre "Le Piana" des französischen Unternehmens "La Méridionale".

Partikelfilter eliminieren 99,9% des Partikelaustoßes

Alle Motoren wurden mit Partikelfiltern ausgestattet, die nicht nur 99 % der Schwefeloxide eliminieren, sondern auch 99,9 % der feinen und ultrafeinen Partikel, die für die menschliche Gesundheit am gefährlichsten sind.

"Hier haben wir also ein relativ vollständiges System, das sowohl feine und ultrafeine Partikel, aber auch Gase behandelt. Für ein kleines Unternehmen wie La Méridionale ist eine solche Entwicklung wirklich außergewöhnlich", freut sich der Direktor der regionalen Überwachungsstelle für Luftqualität Atmo Sud, Dominique Robin. 

Schiffsemissionen auf See fast auf null reduziert

Im Hafen verankert, läuft die Fähre bereits elektrisch. Nun reduzieren die speziellen Filter mit Natriumbikarbonat auch auf See die Emissionen praktisch auf null.

Als Pionier in Umweltfragen hat "La Méridionale", das Fracht und Passagiere nach Korsika oder Marokko transportiert, bereits alle seine Schiffe elektrisch mit Marseille verbunden. Aber das gilt nur für den Betrieb der Schiffe, während sie am Kai im Hafen verankert liegen. Jedoch werden 80 % der Emissionen auf See verursacht. Danke der neuen Filter werden diese nun extrem reduziert.

"Die Vorteile dieser Art von System sind neben der Reduzierung von Schwefeloxiden die Reduzierung der Masse und der Anzahl ultrafeiner Partikel um bis zu 99,9 %", so Christophe Seguinot, technischer Leiter bei "La Méridionale". 

Technologie erstmals in der Schifffahrt genutzt

"Die weltweit erste Null-Partikel-Fähre" - so der Slogan des Unternehmens - nutzt zwar keine neue Technologie. Doch seit Jahren an Land bei zum Beispiel Wärmekraftwerken angewandt, kommt sie nun nach dreijähriger Testphase erstmals in der Schifffahrt zum Einsatz.

"Die Herausforderung für uns war die Technologie für den maritimen Sektor anzupassen. Also wie wir die Filter angesichts ihres Volumens und Gewichts an Bord eines Schiffes bekommen, wenn wir Fragen wie die Schiffsstabilität und den verfügbaren Platz an Bord berücksichtigen", erklärt Seguinot.

Revolution für Branche produziert tonnenweise Abfall

Diese Inititative eines kleinen Unternehmens könnte die ganze Branche verändern, gerade Kreuzfahrtschiffe stehen heute wegen ihrer schlechten CO2-Bilanz am Pranger.

Doch auch wenn die Fähre "Le Piana" keine Emissionen in die Atmosphäre bläst, produzieren auch die neuen Filter tonnenweise Abfälle: Reststoffe des Natriumbikarbonats, die anschließend vergraben werden.

Ein kleineres Übel für die regionale Überwachungsstelle der Luftqualität Atmo Sud, die daran erinnert, dass weltweit 9 Millionen Todesfälle pro Jahr durch Luftverschmutzung verursacht werden.