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Notenbanken einig: Zinsen steigen weiter

EZB-Chefin Christine Lagarde
EZB-Chefin Christine Lagarde Copyright Xavier Lejeune/(c) Xavier Lejeune European Union, 2022
Copyright Xavier Lejeune/(c) Xavier Lejeune European Union, 2022
Von Euronews mit DPA
Zuerst veröffentlicht am
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Hohe Inflation ist schlecht für die Konjunktur, hohe Zinsen auch. Die Notenbanken sind in einem Dilemma.

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Mehrere Notenbanken weltweit haben am Donnerstag ihre Leitzinsen erhöht. So erhöhte die US-amerikanische FED die Zinsen wie erwartet um einen halben Prozentpunkt, die Europäische Zentralbank (EZB), die Schweizer und die britische Notenbank folgen diesem Kurs und erhöhen ebenfalls um 0,5 Prozentpunkte. Die norwegische Notenbank erhöht um moderatere 0,25 Prozentpunkte.

Die Zinsen müssen weiter ansteigen
Christine Lagarde
EZB-Chefin

Für die EZB ist es die vierte Zinserhöhung in Folge. Beim gesamten Zinsniveau zeigen sich jedoch weiterhin große Unterschiede. So liegt der Leitzins in den USA jetzt bei 4,25 bis 4,5 Prozent, in der Eurozone bei 2,5 Prozent, in Großbritannien bei 3,5 Prozent und in Norwegen bei 2,75 Prozent. Die Schweiz liegt mit einem Leitzins von 1,0 Prozent noch weit darunter.

"Die Zinsen müssen weiter konstant ansteigen", forderte EZB-Chefin Christine Lagarde, eine restriktive Zinspolitik senke die Nachfrage und reduziere die Inflation.

Dass sich an der hohen Inflation in Europa demnächst etwas grundlegend ändert, daran zweifeln Volkswirte. Die Teuerungsrate im Euroraum wird in diesem Jahr nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) noch höher ausfallen als vor drei Monaten erwartet. Die Notenbank rechnet inzwischen mit durchschnittlich 8,4 Prozent Inflation für 2022, das wären 0,3 Prozentpunkte mehr als in der vorherigen Schätzung. Für das kommende Jahr rechnet die EZB im Jahresschnitt nun mit 6,3 Prozent. Für 2024 sagt sie eine Inflationsrate von 3,4 Prozent voraus.

Zwei Prozent Inflation pro Jahr – das ist das Ziel, mit dem man bei der EZB gut leben könnte. Dann sollte auch die Nachfrage auf einem für die Wirtschaft akzeptablen Niveau sein. Doch selbst in der jetzt erstmals für 2025 vorlegten Prognose geht die EZB noch von 2,3 Prozent aus.

Die Finanzmärkte haben jedenfalls schon auf die Notenbankentscheidungen reagiert. Sowohl an den Börsen in Europa als auch in den USA ging es am Donnerstag bergab. Anleger verkauften Aktien, denn die Zinserhöhungen verdüstern die Aussichten für Unternehmen, machen weniger Lust auf Konsum und bremsen so das Wirtschaftswachstum.

Zugleich will die EZB den Umfang der in den vergangenen Jahren von den Euro-Notenbanken aufgekauften, milliardenschweren Anleihenbestände verringern. Von März 2023 sollen Gelder aus auslaufenden Wertpapieren des billionenschweren allgemeinen Kaufprogramms APP nicht mehr in vollem Umfang in den Kauf neuer Anleihen gesteckt werden. Den Erwerb frischer Wertpapiere hat die EZB bereits eingestellt.

Die Notenbanken werden auch künftig noch einige schwere Zinsentscheidungen zu treffen haben. Eine Lösung des Dilemmas ist vorerst nicht in Sicht, zumindest nicht, solange Energiekrise, Covid-Krise und Ukrainekrieg Wirtschaft und Verbraucher belasten.

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