"Kann nicht sein, dass die Diktatur weitermacht": Peruaner gehen erneut auf die Straßen

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Von Euronews  mit dpa, EFE
Proteste in Perus Hauptstad Lima ebben nicht ab
Proteste in Perus Hauptstad Lima ebben nicht ab   -   Copyright  Martin Mejia/Copyright 2023 The AP. All rights reserved

Erneut ist Perus Hauptstadt Lima zum Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und Demonstrant:innen geworden. Die Proteste fanden zeitgleich an mehreren Stellen im Zentrum Limas statt - viele der daran Beteiligten kamen aus abgelegenen Regionen in den Anden und forderten den Rücktritt von Präsidentin Dina Boluarte.

Vincente Romero, Perus Innenminister erklärte im Lokalfernsehen, dass er nicht davon ausgehe, dass die Proteste bald abflauen werden: "Wir erleben derzeit eine der größten Gewaltwellen seit den 1980er Jahren. (...) Diese Konflikte werden weitergehen, wir arbeiten intensiv mit dem Verteidigungsminister zusammen - Sie müssen den Sicherheitskräften vertrauen!"

Obwohl die Behöden einen Ausnahmezustand ausgerufen haben, ist für diesen Dienstag ein "großer, nationaler Marsch" geplant. Startpunkt ist der zentrale Platz "Dos de Mayo", an dem sich auch das Hauptbüro der größten peruanischen Gewerkschaft CGTP befindet.

"Die Sicherheitskräfte greifen die Menschen an, sie schießen auf sie mit Tränengas und Kugeln. Die Welt muss wissen, was in Peru passiert. Es kann nicht sein, dass diese Diktatur weitermacht: denn ohne Demokratie kein Frieden. Sie fragen nach Dialog, aber ein Dialog wofür? Für Wasser, Kanalisation oder Straßen? NEIN. Die Menschen wollen eine politische Lösung", sagte Gerónimo López, Generalsekretär der CGTP.

Derzeit sind mehr als 80 Straßen in acht peruanischen Regionen blockiert, und jegliche Transportverbindungen unterbrochen. Im Süden des Landes sind die Flughäfen geschlossen. Am Wochenende mussten Hunderte Tourist:innen aus Machu Picchu ins nahegelegene Cusco gebracht werden.