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Neue Demo gegen Polizeigewalt in Memphis - Polizei löst "Scorpion"-Einheit auf

Demonstration in New York am Samstagabend
Demonstration in New York am Samstagabend Copyright AP Photo/Yuki Iwamura
Copyright AP Photo/Yuki Iwamura
Von Euronews mit AP, dpa
Zuerst veröffentlicht am
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Nach dem gewaltsamen Tod von Tyre Nichols infolge einer ungerechtfertigten Verkehrskontrolle werden Rufe nach einem Inkrafttreten des "George-Floyd-Gesetzes" lauter. Die Polizei Memphis löste die Einheit auf, der die fünf beteiligten Polizisten angehörten.

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Brennpunkt Memphis. Nach der Veröffentlichung von Videos, die einen brutalen Polizeieinsatz mit tödlichen Folgen für den Schwarzen Tyre Nichols zeigen, sind in der zweitgrößten Stadt des US-Bundesstaates Tennessee erneut zahlreiche Menschen auf de Straße gegangen.

Bereits am Samstag hatten in mehreren US-Städten zahlreiche Menschen gegen Polizeigewalt demonstriert. US-Präsident Joe Biden zeigte sich schockiert über den Gewaltausbruch auf offener Straße in Memphis am 7. Januar 2023. Möglich erscheint jetzt eine ähnlich umfangreiche Protestwelle wie nach dem gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd. Danach kam es im Mai 2020 zu landesweiten Demonstrationen und teilweise gewaltsamen Ausschreitungen.

Die Demonstrierenden in Memphis fordern rasche Gesetzesänderungen, darunter die Verabschiedung des "George Floyd Justice in Policing Act". Der Gesetzentwurf, entstanden nach dem Tod von George Floyd, hatte das Repräsentantenhaus passiert, nicht aber den Senat.

"Kämpfen wie nie zuvor"

Bei einer Kundgebung in New York City kündigte der Bürgerechtsaktivist Al Sharpton einen harten Kampf um das Gesetz an: "Wäre das George Floyd-Gesetz in Kraft getreten, hätten einige dieser Polizisten vielleicht zweimal nachgedacht. Dieser US-Senat und dieser Kongress müssen sich mit den Bürgerrechtsfragen dieser Zeit befassen, und das ist der George Floyd Gesetzentwurf, und wir werden aus Memphis herauskommen und kämpfen, wie wir noch nie zuvor gekämpft haben, um ein Bundespolizeigesetz zu verabschieden."

Der Pfarrer Sharpton erklärte, in der kommenden Woche zur Beerdigung von Tyre Nichols nach Memphis zu kommen und dort einen Gottesdienst zu leiten.

Besonders empört ist die schwarze Gemeinschaft in Memphis darüber, dass die Polizei keinen Grund für die Verkehrskontrolle hatte, bei der das Opfer Tyre Nichols so schwer misshandelt wurde, dass der 29-jährige drei Tage später in einer Klinik verstarb. Laut Sharpton wird die Situation dadurch verschlimmert, dass sich bei den Peinigern von Tyre Nichols um fünf ebenfalls schwarze Polizisten handelte. Die Männer sind bereits aus dem Dienst entlassen und wegen Mordes sowie anderer Verbrechen angeklagt.

"Scorpion" aufgelöst

Die Polizei vor Ort hat bereits Konsequenzen gezogen und die Sondereinheit "Scorpion", der die entlassenen Beamten angehörten, aufgelöst. Diesen Schritt habe man vorher mit Nichols' Familie und Mitgliedern der Einheit abgesprochen.

Die Einheit wurde 2021 ins Leben gerufen, um einen besseren Kampf gegen das organiserte Verbrechen und den Drogenhandel zu ermöglichen.

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