Amsterdam will britische Partytouristen abschrecken - das geht nach hinten los

Straßenszene in Amsterdam (Archiv)
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Von Euronews mit AP, dpa
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Eigentlich will Amsterdam mit einer Online-Kampagne junge, feierwütige Touristen aus Großbritannien am liebsten aus dem Stadtbild verbannen. Doch seit der Plan öffentlich wurde, schnellen Buchungszahlen für Junggesellenabschiede offenbar in die Höhe.

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Mit deutlichen Worten und einer Online-Imagekampagne versucht Amsterdam, den exzessiven Partytourismus einzudämmen. Ins Visier geraten sind jüngere Wochenendurlauber aus Großbritannien, die übermäßig Alkohol und Cannabisprodukte konsumieren. Das Vorgehen empfinden viele Touristen von der Insel, aber auch Amsterdamer Geschäftsleute im Rotlichtviertel als diskriminierend.

Der Brite Kieran Deacon arbeitet als Friseur im Amsterdamer Rotlichtviertel: "Ich finde, die Briten halten den Ort hier am Leben, sie sorgen für Einkünfte der Damen, der Bars und anderer Geschäfte. Wir sind also ein Wirtschaftsfaktor. Und wir sind nicht die einzige Nationalität, die in diese Straße kommt und Probleme verursacht."

"Wir chillen nur"

Der britische Urlauber Steve Hislop sagte in Amsterdam: "Nicht alle sind gleich. Ich weiß um unseren schlechten Ruf. Aber wir chillen hier nur ein paar Tage und finden das etwas diskriminierend."

Wer online Suchbegriffe wie Junggesellenabschied und Amsterdam eingibt, wird auf Informations- und Aufklärungsseiten geleitet. Aber es gibt auch reale Maßnahmen. So wird ab Mitte Mai das öffentliche Rauchen von Joints in der Amsterdamer Altstadt verboten. Aber die Briten sind nicht die einzigen Buhmänner. Die Kampagne soll auch auf Besucher aus anderen europäischen Ländern und sogar auf Einheimische ausgedehnt werden.

Zusätzlich müssen im Rotlichtviertel Prostituierte ihre Dienste früher einstellen und Bars eher schließen als bislang üblich. Über die Kampagne berichten sogar Medien in den USA und Südafrika.

Seit dem Bekanntwerden der Kampagne sollen die Buchungszahlen aus Großbritannien für Amsterdam in die Höhe geschnellt sein. Auf Twitter ist von Zuwächsen zwischen 400 und 600 Prozent die Rede.

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