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Ukraine-Getreideabkommen stürzt osteuropäische Landwirt:innen in die Krise

Viele Landwirt:innen haben große Probleme, ihre Bestände loszuwerden.
Viele Landwirt:innen haben große Probleme, ihre Bestände loszuwerden. Copyright Efrem Lukatsky/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
Copyright Efrem Lukatsky/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
Von Euronews
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Importiertes Getreide aus der Ukraine flutet die osteuropäischen Märkte und stürzt die Landwirt:innen in die Krise. Die Lager sind voll, der Preis ist im Keller.

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Europäische Landwirt:innen leiden unter dem Getreideabkommen, das es der Ukraine ermöglicht, sein Getreide im Krieg zu exportieren. Das ukrainische Getreide überschwemmt Bulgarien, Rumänien und andere Länder - und drückt die lokalen Preise in den Keller. Einige Landwirt:innen sorgen sich um ihre Existenz.

Ein bulgarischer Getreideproduzent zählt sich noch zu denen, die weniger betroffen sind: "30-40% meiner Erzeugnisse sind unverkauft und vielleicht bin ich mit diesem geringen Prozentsatz noch einer der Glücklichen."

Finanzielle Kompensation der Europäischen Kommission reicht nicht aus

Das bulgarische Getreide bleibt nicht nur wegen fehlender Nachfrage in den Lagern liegen. Die Kaufangebote sind so niedrig, dass sich damit nicht einmal die Produktionskosten decken lassen.

Die Europäische Kommission hat versucht, die Verluste finanziell zu kompensieren. 10 Millionen Euro flossen an rumänische Getreideproduzent:innen. Zu wenig Geld, um den entstandenen Schaden aufzufangen. Viele Landwirt:innen stehen an der Schwelle zum Bankrott.

"Die Rechnung der Europäischen Kommission, Rumänien für sein gesamtes gelagertes Getreide nur einen sehr geringen Betrag zu gewähren, ist für uns nicht zufriedenstellend. Die Produktion der rumänischen Landwirte wurde verrechnet, die Landwirte hatten allerdings mit einer starken Dürre zu kämpfen, die die Ernten um 60 bis 100% beeinflusst hat", beschwert sich ein rumänischer Landwirt.

Eine ukrainisch-rumänische Arbeitsgruppe soll Lösungen finden

Die ukrainische und die rumänische Regierung haben sich geeinigt, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Die Landwirtschaftsministerien der Nachbarländer sind dabei, eine Arbeitsgruppe zu bilden.

Der rumänische Präsident Klaus Johannis hat anerkannt, dass der massive Import abgabenfreien Getreides aus der Ukraine den heimischen Landwirt:innen schadet. Nach Angaben des rumänischen Außenministers hat Rumänien fast 15 Millionen Tonnen ukrainisches Getreide importiert.

Für die Landwirt:innen geht es um ihre Lebensgrundlage

Präsident Johannis gibt sich entschlossen, seinen Landwirt:innen zu helfen: "Wir haben den Getreidetransport erleichtert. Und das werden wir auch weiterhin tun, wir erheben keine Zölle, keine Steuern. Aber diese Hilfe ist für die Ukraine, und wir können unter keinen Umständen akzeptieren, dass die rumänischen Landwirte darunter leiden."

Die Verärgerung bei den Landwirt:innen wächst, es wird protestiert, unter anderem in Bulgarien, Rumänien und in Polen. Die Landwirt:innen wollen Solidarität mit der Ukraine zeigen, jedoch nicht um den Preis ihrer Lebensgrundlage.

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