Nach Bestätigung der Rentenreform: Massive Proteste in ganz Frankreich

Die Demonstrant:innen machten ihrem Unmut Luft.
Die Demonstrant:innen machten ihrem Unmut Luft. Copyright AFP
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Von Euronews mit AFP
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Nachdem die Rentenreform am Freitag gebilligt wurde, sind in Frankreich massive Proteste ausgebrochen. Die Gewerkschaften rufen zu einer Großdemonstration auf.

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In Frankreich hat es nach der Billigung der umstrittenen Rentenreform durch den Verfassungsrat erneut massive Proteste gegeben. In Paris zündeten einige Protestierende Mülltonnen an, 112 Menschen wurden festgenommen.

Zentrale Punkte des Plans wurden bestätigt

Die neun Mitglieder des Verfassungsrates stimmten zentralen Punkten des Plans zu. Die Reform wird das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 Jahre anheben, den Anspruch auf eine volle Rente sollen Französ:innen nach 43 Arbeitsjahren haben. Sechs kleinere Vorschläge wurden abgelehnt, darunter eine Vorschrift für große Unternehmen, die Anzahl ihrer Mitarbeiter:innen über dem Alter von 55 zu veröffentlichen, und die Einführung eines speziellen Vertrags für ältere Arbeitnehmer:innen.

Gewerkschaften rufen zu "historischer Demonstration" auf

Auch in anderen Städten, unter anderem in Marseille, Lyon, Nantes und Rennes kam es zu spontanen Demonstrationen. In Rennes wurde eine Polizeiwache gestürmt und in Brand gesetzt.

Gewerkschaften und Opposition riefen zu weiterem Widerstand auf, unter anderem Sophie Binet, die Chefin der Gewerkschaft CGT: "Die Gewerkschaften rufen zu einer historischen Demonstration am 1. Mai auf. Das ist das erste Mal, dass alle Gewerkschaften gemeinsam zu Protesten am 1. Mai aufrufen. Es wird einen riesigen, beispiellosen und populären Tsunami geben."

Ein teurer Sieg für Macron

Schon in der kommenden Woche kann die Regierung die unbeliebte Rentenreform endgültig verabschieden. Sie gilt dann ab dem kommenden Kalenderjahr.

Die Billigung der Reform markiert für Macron zwar einen Sieg, könnte ihn jedoch teuer zu stehen kommen. Die Beliebtheitswerte des Präsidenten nähern sich dem Tiefpunkt, viele Wähler:innen sind über die Rentenreform empört.

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