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Was ist der Grund für die neuen Spannungen im Kosovo?

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Von Monica Pinna
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Die Spaltungen zwischen der serbischen Minderheit im Kosovo und den Albanern brechen wieder auf und führen zu gewaltsamen Zusammenstößen mit den Nato-Truppen. Ist ein ausgewachsener Konflikt möglich?

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Sind Ängste vor einem neuen Kosovo-Konflikt begründet? Was hat zu den neuen Spannungen geführt und welche Folgen haben sie? Euronews-Korrespondentin Monica Pinna war im Norden des Kosovo, um das herauszufinden.

Die Brücke über den Fluss Ibar in der Stadt Mitrovica ist das markanteste Symbol für die Spaltung zwischen ethnischen Serben und ethnischen Albanern im Kosovo. Nördlich der Brücke sprechen die Menschen serbisch, und die Währung sind serbische Dinar. Im Süden sprechen die Bewohner albanisch und zahlen mit dem Euro. 

Der Konflikt zwischen den beiden Gemeinschaften hat sich nach den außerordentlichen Kommunalwahlen vom 23. April 2023 verschärft. Vier albanische Bürgermeister wurden in den mehrheitlich serbischen Gebieten im Norden ernannt, nachdem die Serben die Wahlen boykottiert hatten

Die Verwaltung ist zum Austragungsort des Konfikts geworden

Im Mai spitzten sich die Situation zu, als die albanische Zentralregierung des Kosovo beschloss, die gewählten Bürgermeister mit Gewalt einzusetzen. In der Stadt Zvecan versuchten serbische Demonstranten, die Beamten am Betreten der Gemeindegebäude zu hindern. Bei den Zusammenstößen mit den NATO-geführten KFOR-Friedenstruppen wurden vierzig Soldaten und über fünfzig serbische Demonstranten verletzt.

Befürchtungen nahmen zu, über ein erneutes Aufflammen des Konflikts um die Unabhängigkeit des Kosovo , der 1999 von der NATO beendet worden war. Das Kosovo - eine autonome Provinz Serbiens im ehemaligen Jugoslawien - erklärte 2008 seine Unabhängigkeit. Der neue Staat wird von über hundert Ländern anerkannt, nicht von Serbien. Serbien hat deutlich gemacht, dass es den Kosovo niemals aufgeben wird.

Die serbische Aktivistin Milica Andric Rakic ist der Meinung, dass die Beziehungen zwischen den serbischen und albanischen Gemeinschaften im Kosovo im letzten Jahrzehnt am schlechtesten waren. 

"Das liegt zum Teil an der mangelnden Bereitschaft des Kosovo und Serbiens, einen konstruktiven Dialog zu führen und Vereinbarungen umzusetzen, wie sie für die serbische Gemeinschaft vorgesehen waren. Eine der wichtigsten ist die Vereinigung der serbischen Gemeinden, die vor zehn Jahren vereinbart und nie umgesetzt wurde", so Milica Andric Rakic.

Knackpunkt: der "Verbund der serbischen Gemeinden"

Der "Verbund der serbischen Gemeinden" sollte den ethnischen Serben im Kosovo ein gewisses Maß an Selbstverwaltung sichern. Das war ein Ergebnis des Brüsseler Abkommens von 2013, aber Serbien und Kosovo sind sich immer noch nicht einig, wie es umgesetzt werden soll. Das ist einer der Hauptknackpunkte, der den Prozess der Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern aufhält.

Experten sind sich einig, dass es derzeit keine Elemente gibt, die zu einem totalen  Konflikt im Kosovo führen könnten. Dennoch ist die Lage nach wie vor instabil, was auch über die Region hinaus Auswirkungen hat. Die EU drängt den Kosovo und Serbien, eine Lösung zu finden. 

Mit dem Krieg in der Ukraine wird der westliche Balkan als neue Frontlinie der Konfrontation zwischen Moskau und der EU gesehen. Die derzeitige Blockadesituation verlangsamt den Normalisierungsprozess und den langen Weg zur EU-Mitgliedschaft, den sowohl Kosovo als auch Serbien anstreben.

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