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"Keine Fans, keine Begeisterung": Europa-Spiele in Polen zu Ende gegangen

Wimmer Dorina, links, aus Ungarn und Marie-Florence Candassamy aus Frankreich kämpfen während des Finales im Degenfechten der Frauen bei den Europa-Spielen in Polen.
Wimmer Dorina, links, aus Ungarn und Marie-Florence Candassamy aus Frankreich kämpfen während des Finales im Degenfechten der Frauen bei den Europa-Spielen in Polen. Copyright AP Photo
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Von Magdalena Chodownik
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Zehn Tage lang fand die internationale Multisportveranstaltung in Krakau und der Region Kleinpolen statt. Tausende Athlet*innen nahmen daran teil. Doch die Zuschauertribünen blieben während der meisten Wettkämpfe leer.

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In Polen ist an diesem Sonntag (2. Juli) die dritte Ausgabe der Europa-Spiele zu Ende gegangen. An der internationalen Multisportveranstaltung nahmen 7000 Sportler aus 49 Ländern teil. Für einige war es eine Gelegenheit, sich für die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris zu qualifizieren. Allerdings war das Event nur mäßig besucht.

Deutliche Kritik äußerte Tomasz Urynowicz von Woiwodschaft Kleinpolen: "Wegen der Olympischen Spiele sind wahrscheinlich etwa 20.000 Menschen in Krakau - an einem durchschnittlichen Wochenende in Krakau sind mehr Menschen hier. Wir nennen diese Spiele - die Spiele des "verbrannten Geldes". Sie kosten viel, spülen aber kein Geld in die Kassen. Es sind so viele Veranstaltungen, die sich als Fiasko entpuppen. Außerdem zählt im Sport nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Anwesenheit, die Menschenmassen, die Begeisterung der Fans - aber es gibt keine Fans, keine Begeisterung."

Dennoch: Die Organisatoren sind mit den Ergebnissen zufrieden, auch wenn sie einräumen, dass der Zeitpunkt der Veranstaltung ungünstig war. Dawid Glen, Sprecher der Europa-Spiele 2023 sagte: "Wir haben uns in den letzten anderthalb Jahren auf die Veranstaltung vorbereitet, als in Polen viel über die Kriegssituation, die Inflation und die Situation nach der Pandemie gesprochen wurde, aber wir haben alles gegeben." 

Natürlich sieen die Tribünen nicht jeden Tag voll gewesen, aber bei den Finalen schon, so Glen weiter.

Die Stadt Krakau, Hauptausrichterin der Spiele, sagt, für sie habe sich die Investition trotz des geringen Interesses des Publikums gelohnt.

"Krakau gewann 90 Mio Euro"

Monika Chylaszek, Sprecherin der Stadt Krakau, erklärte:  "Letztendlich erhielt die Stadt 350 Mio polnische Zloty (umgerechnet 79 Mio Euro) für Investitionen in die Infrastruktur, insbesondere für Bauarbeiten und Straßenreparaturen, und 150 Mio PLN (knapp 34 Mio Euro) für Investitionen in die Sportinfrastruktur. Der Beitrag der Stadt zur Organisation beträgt 100 Mio PLN (mehr als 22 Mio Euro). Es lässt sich also leicht ausrechnen, dass Krakau durch diese Veranstaltung 400 Millionen (mehr als 90 Mio Euro) gewonnen hat."

Die Europa-Spiele in Polen sind am Sonntag zu Ende gegangen, aber die Meinungen über die Veranstaltung sind geteilt. Die meisten beschäftigt die Frage: Kann Polen es sich leisten, solche Veranstaltungen in Zeiten finanzieller Schwierigkeiten zu organisieren?

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