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Japan darf Fukushima-Wasser im Meer verklappen - China und Südkorea toben

IAEA-Chef Rafael Grossi
IAEA-Chef Rafael Grossi Copyright Eugene Hoshiko/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
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Von Euronews
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Japan hat den Segen der Internationale Atomenergiebehörde bekommen. Gut zwölf Jahre nach dem Super-GAU in Fukushima wird das Land riesige Mengen an belastetem Kühlwasser gefiltert ins Meer ableiten. Die Nachbarländer sind dagagen.

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Japan hat den Segen der Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bekommen. Gut zwölf Jahre nach dem Super-GAU in Fukushima wird das Land riesige Mengen an belastetem Kühlwasser gefiltert ins Meer ableiten. Die Nachbarländer sind dagagen.

Die Auswirkungen für die Umwelt seien von "vernachlässigbarem" Ausmaße, sagte  IAEA-Chef Rafael Grossi am Dienstag in Tokio. Grossi und nannte das Meerwasser, Fische und Sedimente. 

Die Behörde hat Japans Regierungschef Fumio Kishida ihren Abschlussbericht gegeben: Japans Plan zur Entsorgung gefilterten Kühlwassers aus der Atomruine Fukushima im Meer entspricht demnach den internationalen Standards. 

China und Südkorea lehen Verklappung ab

Südkorea fürchtet, dass die Verklappung negative Folgen für die Meeresumwelt und auf die Gesundheit der Menschen haben wird. Die Regierung in Seoul will an einem Importverbot für Fischereierzeugnisse aus Japan so lange festhalten, bis die Besorgnis ausgeräumt werden kann. 

Rafael Grossi reist am Freitag nach Seoul weiter, um aufzuklären und die Situation dort zu besprechen. 

China hat die billigende Einschätzung der IAEA zurückgewiesen. Der Bericht der IAEA erlaube Japan nicht die Einleitung des Wassers, sagte die Außenamtssprecherin Mao Ning sagte am Dienstag in Peking. Auch werde damit nicht bewiesen, dass die Verklappung die sicherste und verlässlichste Option sei.

Die chinesische Sprecherin forderte Japan auf, kein Kühlwasser aus Fukushima in den Ozean einzuleiten, andere Pläne zu studieren, die Entsorgung "auf wissenschaftliche und sichere Weise" vorzunehmen und dabei strenge internationale Überwachung zu akzeptieren.

Japan habe die Untersuchungen der IAEA von Anfang an beschränkt, indem keine anderen Entsorgungspläne studiert werden sollten, meinte die Sprecherin. Der Bericht könne nicht die Rechtmäßigkeit des Vorhabens beweisen.

Auch Neuseeland hatte Sorgen über mögliche Umweltschäden durch die Verklappung geäußert.

Zeitpunkt der Verklappung steht noch nicht fest

Die japanische Regierung will zunächst die Bewertung ihrer Entsorgungspläne durch die IAEA studieren, bevor sie eine endgültige Entscheidung über den Zeitpunkt der Wassereinleitung ins Meer trifft. Sie will mit der Entsorgung im Pazifik noch diesen Sommer beginnen.

Im AKW Fukushima Daiichi war es am 11. März 2011 infolge eines schweren Erdbebens und riesigen Tsunamis zu einem Super-GAU mit Kernschmelzen gekommen. Mehr als zwölf Jahre danach müssen die zerstörten Reaktoren weiter mit Wasser gekühlt werden. Durch einsickerndes Regen- und Grundwasser nimmt die Menge verstrahlten Wassers täglich zu. In rund 1000 Tanks lagern inzwischen mehr als 1,3 Millionen Tonnen davon. Doch nun geht laut dem Betreiber Tepco der Platz aus. Das Wasser soll daher durch einen rund einen Kilometer ins Meer ragenden Tunnel gefiltert und verdünnt verklappt werden.

Das technische System ALPS kann allerdings das radioaktive Isotop Tritium nicht herausfiltern. Nach Darstellung von Tepco und auch der IAEA besteht dennoch keine Gefahr, da das Wasser verdünnt werde und Tritium in geringen Mengen unschädlich für Mensch und Umwelt sei. Fachleute verweisen darauf, dass Atomkraftwerke in aller Welt schon seit Jahrzehnten routinemäßig belastetes Kühlwasser ins Meer ableiten.

Gegen Japans Entsorgungspläne regt sich jedoch weiter Widerstand örtlicher Fischer, die Reputationsschäden und Umsatzeinbußen befürchten.

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