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"Hypersexualisierung der Kinder": Proteste gegen verpflichtenden Sexualkunde-Kurs in Belgien

"Keine Sexualität vor der Pubertät" steht auf dem Schild der demonstrierenden Frau.
"Keine Sexualität vor der Pubertät" steht auf dem Schild der demonstrierenden Frau. Copyright ERIC LALMAND/AFP
Copyright ERIC LALMAND/AFP
Von Euronews mit EBU, AP
Zuerst veröffentlicht am
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In Brüssel wurde gegen das sogenannte EVRAS-Programm demonstriert. Falschinformationen, die im Netz vebreitet wurden, haben besorgte Eltern auf den Plan gerufen.

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Rund 1500 Menschen haben sich am Mittwoch in Brüssel versammelt, um gegen die Einführung eines verpflichtenden Sexualkunde-Kurses an Schulen zu demonstrieren.

Das sogenannte EVRAS-Programm soll Schüler:innen im Alter von 11-12 und 15-16 ihre Fragen zu den Themen Beziehung, Liebe und Sex beantworten. Angeboten wird das Programm seit Jahren, nun ist der vierstündige Kurs verpflichtend.

Rund 100.000 Schüler:innen werden dieses Jahr daran teilnehmen.

"Hypersexualisierung" der Kinder befürchtet

Vor allem bei ultrakonservativen Gruppen stößt die Einführung auf Widerstand.

Mehrere islamische Vereinigungen verurteilten das Programm in einer gemeinsamen Stellungnahme. Man befürchte eine "Hypersexualisierung" der Kinder.

In den sozialen Netzwerken werden Falschinformationen über die Inhalte des Programms verbreitet.

So behauptet eine besorgte Mutter bei der Demonstration zum Beispiel fälschlicherweise: "Kindern wird ab dem Alter von drei Jahren Selbstbefriedigung beigebracht."

Die demonstrierende Menge skandierte: "Rührt unsere Kinder nicht an."

Schulen wurden in Brand gesetzt

Vergangene Woche wurden Schulen im belgischen Charleroi in Brand gesetzt. Die Feuer stehen vermutlich in Verbindung mit der Einführund des EVRAS-Programms.

Der belgische Ministerpräsident Alexander De Croo erklärte, dass in Belgien seit über einem Jahrhundert Sexualkunde unterrichtet werde. Das Land werde keinen Schritt zurück machen.

"Es ist nichts neues, es ist der Grundsatz sexueller Gesundheit, und die Basis dafür, dass unsere Kinder ihre Rechte kennen und ihre körperliche Unversehrtheit bewahren", sagte er weiter.

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