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Wagner-Friedhöfe in Russland: Werden Gräber der Söldner zerstört?

Euronews-Reporterin Sophia Khatsenkova
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Von Sophia Khatsenkova
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In einem Video wird der Kreml beschuldigt, nach dem Tod von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin die Erinnerung an die Söldner auslöschen zu wollen. Doch was ist dran an der Behauptung?

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Am 25. August 2023 wurde in den sozialen Medien ein Video gepostet, das bislang millionenfach aufgerufen worden ist. Darin behauptet ein Mann ein ehemaliger russischer Militärangehöriger zu sein. Er beklagt die Demontage der Kreuze auf den Gräbern der Wagner-Kämpfer im Dorf Nikolaevka in der südwestlichen Region Samara in Russland.

Zwei Monate nach dem gescheiterten Putsch-Versuch gegen das russische Verteidigungsministerium, am 23. August, kam Jewgeni Prigoschin ums Leben, als ein Flugzeug mit ihm und weiteren Mitgliedern der Söldner-Gruppe an Bord in der nordwestlichen Region Twer in Russland abstürzte.

In den sozialen Medien sind viele Nutzer der Ansicht, dass das Video der angeblich zerstörten Gräber ein Beweis dafür ist, dass die russische Regierung versucht, alle Spuren der Söldnergruppe zu verwischen.

Derzeit sind etwa sieben Friedhöfe in ganz Russland und den besetzten Teilen der Ukraines bekannt, auf denen Hunderte von Wagner-Kämpfern begraben liegen.

Lokalen Medienberichten zufolge sind die Bauarbeiten in dem Bereich des Friedhofs, wo Wagner-Kämpfer begraben liegen, jedoch Teil eines Renovierungsprojekts.

Laut einem Artikel, der einen Tag nach Prigoschins Tod veröffentlicht wurde, werden die Kreuze und Kränze durch schwarze Pyramiden ersetzt, die als Drachenzähne bezeichnet werden - eine Anspielung auf die Betonblöcke, die von den Söldnern errichtet wurden, um ukrainische Panzer daran zu hindern, sich ihren Verteidigungslinien zu nähern. Das ist eindeutig eine Würdigung der Kämpfer und kein Versuch, ihr Andenken auszulöschen.

Zusammenhang zwischen Renovierung und Tod von Prigoschin?

Rund drei Wochen vor dem Flugzeugabsturz hat Euronews weitere Hinweise auf die Renovierung von Wagner-Friedhöfen gefunden. Eine lokale Nachrichtenagentur behauptet, dass ein Friedhof in Jekaterinburg in Zentralrussland mit denselben schwarzen Betonpyramiden renoviert werden soll.

Euronews fand noch einen weiteren, früheren Hinweis auf diese Drachenzähne. Vot Tak, eine unabhängige Zeitung, berichtete am 11. Juli, dass auf einem Friedhof in der Region Krasnodar im Süden Russlands ab Mai schwarze Pyramiden die traditionellen Kreuze auf dem Wagner-Grabfeld ersetzen würden.

Das bedeutet, dass ähnliche Renovierungsarbeiten bereits vor dem Wagner-Aufstand auf anderen Friedhöfen in ganz Russland stattfanden.

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