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Auf den Spuren des Ventotene-Manifests

Die Insel Ventotene
Die Insel Ventotene Copyright VINCENZO PINTO/AFP or licensors
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Von euronews
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Die kleine italienische Insel Ventotene war schon in den 1940er Jahren Gedankenwerkstatt europäischer Fragen. Das hat sich bis heute nicht geändert.

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Auf der kleinen italienische Insel Ventotene vor Neapel, auf der während der Mussolini-Herrschaft Oppositionelle gefangengehalten wurden, entstand 1941 eine Schrift, in der Grundzüge eines europäischen Föderalismus dargestellt wurden.

Und so ist es kein Zufall, dass der Verein Generazione Ponte gerade hier sein Jahrestreffen ausrichtet, bei dem gesellschaftliche Fragen erörtert werden. Der Verein will eigener Angabe nach Generationen von Menschen verbinden, von denen viele aus Familien stammen, die nach Italien einwanderten.

„Ein Europa, in dem sich die Völker begegnen, miteinander reden und zusammenleben"

Francesco Miacola, Vorsitzender von Generazione Ponte, sagt: „Wir haben beschlossen, unsere Veranstaltung hier durchzuführen, weil wir uns in gewisser Weise im Manifest von Ventotene wiedererkennen: Ein Manifest, das während des faschistischen Regimes von den Gegnern des Regimes geschrieben wurde. Wir wollen versuchen, ein anderes Europa darzustellen und versuchen, uns ein Europa vorzustellen, in dem sich die Völker begegnen, miteinander reden und zusammenleben."

Abdullahi Ahmed gehört zu den Gründer der Veranstaltung auf Ventotene. Er erläutert: „Es ist ein Ort, der Flüchtlinge mit zwei Generationen von Politikern, Medienschaffenden und Schriftstellern zusammenbringt, um vom gemeinsamen Handeln zur Überwindung von Diskriminierung und Rassismus zu berichten. Und natürlich auch, um eine europäische Kultur zu fördern, die auf Frieden, auf Demokratie aufbaut."

euronews-Mitarbeiter Luca Palamara berichtet: „Vor 80 Jahren wurde während des Krieges auf dieser Insel eine revolutionäre Idee geboren: Die Schaffung einer Föderation europäischer Staaten, die eine Garantie für Frieden und Solidarität sein sollte. Heute ist das Manifest von Ventotene eine der Gründungsschriften der EU. Es zeigt uns aber auch, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben."

„Spinelli-Entwurf"

Altiero Spinelli, einer der Verfasser des Manifestes, verfügte vor seinem Tod, dass seine sterblichen Überreste auf Ventotene bestattet werden sollten. Als Kommunist war er auf die Insel verbannt worden. In den 1980er Jahren war er entscheidend am „Entwurf des Vertrags zur Gründung der Europäischen Union" - dem sogenannten „Spinelli-Entwurf" - beteiligt.

Die italienische Parlamentsabgeordnete Ouidad Bakkali sagt: „Ich fühle mich wie ein Mitglied einer Brückengeneration: Zwischen der Generation der Väter und Mütter, die herkamen und als Einwanderer ihr Leben in Italien aufgebaut haben, und den Menschen, für die Italien - wie für mich und viele andere, die hier leben - zu ihrem Land geworden ist."

Mehr als 80 Jahre nach der Niederschrift des Manifests von Ventotene hat die Insel ihre Stellung als Gedankenwerkstatt europäischer Fragen nicht eingebüßt.

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