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Die Kunst des Kampfsports: Mixed Martial Arts in Katar

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Von Aadel Haleem, Laila Humairah
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In dieser Folge von Qatar 365 geht es um den Aufstieg des Kampfsports in Doha. Wir erfahren aus erster Hand, wie es ist, sich im Käfig herumzuschlagen.

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Das Interesse an Mixed Martial Arts hat in Katar und der Region deutlich zugenommen. So sehr, dass die Ultimate Fighting Championship, besser bekannt als UFC, zwei neue Gyms in dem arabischen Land eröffnet hat. 

Der Begriff Kampfsport klingt aggressiv, für die Kämpfer liegt Schönheit in der Kunst der Selbstverteidigung. Tatie Passos leitet das Jiu-Jitsu-Programm in dem neuen Gym. Der brasilianische Coach trainiert oft ein-, zwei-, manchmal sogar dreimal am Tag.

"Die Grundlage jeder Kampfkunst ist es, sich zu schützen, sich zu verteidigen. Deshalb bieten wir in allen Gruppenkursen genau das an", erklärt Tatie Passos, Cheftrainer beim UFC Gym Qatar. "Ein Kurs basiert mehr auf Grappling, wie Brazilian Jiu-Jitsu oder Ringen. Andere Kurse sind mehr auf Schläge ausgerichtet, wie Boxen oder Muay Thai."

Tatie Passos ist Cheftrainer beim UFC Gym Qatar
Tatie Passos ist Cheftrainer beim UFC Gym Qatareuronews

"Wir versuchen, ein sehr gutes Team zu schaffen, ein sehr gutes Trainingsumfeld, das für alle offen ist [...] Kampfkunst lehrt dich viele Lektionen fürs Leben. Die Lektionen, die du lernst, sind nicht nur auf der Matte anwendbar. Man lernt, demütiger zu sein, man lernt etwas über Disziplin, über Respekt."

Chris Bothwell kam vor 13 Jahren nach Doha und liebt die Kameradschaft, die es auf der Matte gibt.

"Ich habe mich schon immer für Kontaktsportarten interessiert. Und ich finde es toll, dass wir unseren ganzen Körper trainieren. Und nicht nur das: Wenn ich trainiere, gibt es eine echte Kameradschaft zwischen uns allen", sagte Chris gegenüber Qatar 365.

Es ist eigentlich kein Fight Club, sondern eher eine Fight Community. Die Mitglieder unterscheiden sich in Alter und Können, aber alle teilen die gemeinsame Liebe zum Mixed-Martial-Arts-Sport.

Saeed Kosar ist der Geschäftsführer von UFC Gym Qatar. Er lebt seit mehr als zwei Jahrzehnten in Katar. Obwohl er in Kanada mit einer anderen Sportart aufgewachsen ist und bis vor ein paar Jahren nicht einmal wusste, was MMA ist, hat er sich in die Kampfkunst verliebt.

"Ich bin ein großer Fan. Ich habe großen Respekt vor den Jungs. Ich habe auch mit Jiu-Jitsu und MMA angefangen. Es ist ein völlig anderer Sport als der, mit dem ich aufgewachsen bin, nämlich Profi-Basketball. Man muss neue Sachen lernen. Ich bekomme wieder Anweisungen von einem Trainer, mache Fehler und versuche, mich zu verbessern."

Die Kampfkünste boomen und immer mehr Kämpfer drängen in den Käfig.

Donn Davis ist Gründer und Vorsitzender der Professional Fighters League (PFL). In Katar spricht er über die Expansionspläne der PFL in der Region und gibt sich kämpferisch gegenüber der Konkurrenz. 

Donn Davis ist Gründer und Vorsitzender der Professional Fighters League (PFL)
Donn Davis ist Gründer und Vorsitzender der Professional Fighters League (PFL)euronews

"Francis Ngannou - die Nummer eins der Welt - verließ die UFC und trat der PFL bei. Jake Paul - der Superstar und Influencer - kam zur PFL. Warum haben diese beiden Spitzenkämpfer gewechselt? Eine Liga, in der der Kämpfer im Vordergrund steht. Die Kämpfer haben die Kontrolle. Reguläre Saison, Playoffs und Meisterschaft", so Davis.

"In der PFL gewinnt man und kommt weiter. Verlierer gehen nach Hause. Es ist nicht wie bei der UFC oder irgendwo anders im Kampfsport. In der PFL entscheidet nicht der Promoter, sondern der Sportler", sagt er weiter. 

Was braucht es, um UFC-Champion zu werden?

Er ist einer der besten pound for pound fighter der Welt. Islam Makhachev wird oft als "der nächste Khabib" bezeichnet, in Anlehnung an seinen Mentor Khabib Nurmagomedov, der zu den größten UFC-Kämpfern der Geschichte gehört. 

Kämpfer und Trainer in Katar hatten kürzlich die seltene Gelegenheit, Takedown-Techniken von Makhachev zu lernen, da er eine Masterclass über Mixed Martial Arts leitete. Seiner Meinung nach könnte die archaische Natur des Sports seine wachsende Popularität in der Region erklären.

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"Jeder liebt MMA. Alle lieben das Kämpfen. Das ist der Grund. Das ist ein echter Kampf. Man trägt keine großen Handschuhe oder nur kleine Handschuhe, Shorts, und geht in den Käfig. Und dort gibt es nur dich und deinen Gegner."

Reporter Aadel Haleem (li.) interviewt Islam Makhachev
Reporter Aadel Haleem (li.) interviewt Islam Makhacheveuronews

"Es ist mein Traum, UFC-Champion zu werden, der beste UFC-Kämpfer der Welt. Das ist mein Traum", verriet Makhachev.

Wie Khabib ist auch Islam Machatschow ein stolzer Muslim und dagestanischer Kämpfer. Er erzählte Qatar 365, dass sein Glaube seine Basis ist.

"Der Glaube ist das Wichtigste, nicht nur für mich, für alle Muslime. Wenn ich in den Käfig trete, hilft mir nichts: nicht das Training, nicht meine Ecken, nicht meine Sparringspartner, nur Gott."

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_"Warum kommen so viele Profis aus Dagestan? Weil Eisen Eisen schärft. Deswegen haben wir viele Champions. Ich zum Beispiel habe mein ganzes Leben mit Khabib [Nurmagomedov] trainiert, er hat mir sehr geholfen."
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Makhachev sagte gegenüber Qatar 365, dass junge Kämpfer, die in diesem Sport Erfolg haben wollen, bereit sein müssen, hart zu trainieren.

"Viele Leute wollen Champion werden, aber nicht viele wollen morgens aufstehen und hart trainieren. Es spielt keine Rolle, ob es MMA oder eine andere Sportart ist. Man muss fokussiert sein und jeden Tag trainieren."

Training von Körper und Geist mit Taekwondo

Von einem relativ modernen Kampfstil bis hin zu den alten Kampfkünsten. Taekwondo lässt sich fast 2.000 Jahre zurückverfolgen.

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Das aus Korea stammende Taekwondo, was wörtlich übersetzt die Kunst des Tretens und Schlagens bedeutet, hat sich mittlerweile zu einem internationalen Volkssport entwickelt. Es dreht sich alles um Selbstverteidigung, aber das bedeutet nicht, dass die Tritte nicht hart sein können.

Bei Kim's Xtreme Taekwondo in Doha lernen Schüler des Sports unter der Anleitung von Meister Sungjin Kim.

Viele sind jung und einige sind schmächtig, aber sie können sich gut verteidigen.

Taekwondo-Schüler können schon mit vier Jahren anfangen
Taekwondo-Schüler können schon mit vier Jahren anfangeneuronews

Zu Kims Schülern gehören Kinder im Alter von vier Jahren bis hin zu Erwachsenen in ihren 50ern oder 60ern. Einer von ihnen ist der 10-jährige James Kim, der wegen seines jüngeren Bruders mit Taekwondo begonnen hat, aber jetzt Feuer und Flamme dafür ist.

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"Es macht Spaß, es ist herausfordernd und es trainiert meinen Körper", verriet er.

Der 17-jährige Suhani Sabu praktiziert seit fünf Jahren Taekwondo: "Es ist ein Stressabbau für mich, denn Schulprüfungen und Hausarbeiten waren wirklich stressig, beim Sport fühle ich mich ruhig und leicht."

Ruhe und Leichtigkeit sind jedoch nicht das, wie man den Sport beschreiben würde: Die Bewegungen schnell, stark und genau.

Taekwondo-Meister Sungjin Kim ist Inhaber von Kim's Xtreme Taekwondo
Taekwondo-Meister Sungjin Kim ist Inhaber von Kim's Xtreme Taekwondoeuronews

Im Taekwondo ist die Beherrschung des Geistes genauso wichtig wie die Stärkung des Körpers. Konzentration und körperliche Kondition helfen den Kämpfern, das zu überwinden, was vorher unmöglich schien.

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"Es ist Gedankenkontrolle", sagte Sungjin Kim gegenüber Qatar 365. "Um Ihnen die Bedeutung von Taekwondo zu erklären. 'Tae' bedeutet Füße, 'kwon' bedeutet Fäuste und 'do' mental. Taekwondo bedeutet also, körperliches und geistiges Training zu kombinieren."

Diese Mentalität lässt sich auch auf den Alltag übertragen. Taekwondo lehrte Hammam Haddad, diszipliniert und konzentriert zu sein.

"Um ehrlich zu sein, habe ich mich um nichts in meinem Leben gekümmert. Aber wenn wir Taekwondo praktizieren, [...] lernen wir, wir konzentrieren uns auf jedes einzelne Detail. Und mit mehr Übung und mehr Zeit wird es zu einer täglichen Routine oder Gewohnheit. Taekwondo ist eine Lebenseinstellung."

Hammam hat den höchsten Gürtelrang im Taekwondo erreicht und ist in der Lehrer-Ausbildung. Er ist ein Vorbild für die Schüler.

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Mit Schülern wie James, Hammam und Suhani, die die alten Kampfkünste am Leben erhalten, sieht die Zukunft von Taekwondo als internationaler Sport stärker aus als je zuvor.

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