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Ein Gentleman und Nationalheld: Fußballwelt trauert um Bobby Charlton

Archivfoto 2013
Archivfoto 2013 Copyright KAZUHIRO NOGI/AFP or licensors
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Von Euronews mit AFP
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Von Geoff Hurst, dem nunmehr letzten noch lebenden englischen WM-Helden von 1966, über Eric Cantona bis hin zu David Beckham, die anderen ehemaligen Stars von Manchester United, die er inspirierte: Die Fußballwelt trauert um Fußball-Legende Bobby Charlton.

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Er gilt als Verkörperung der goldenen Ära des englischen Fußballs, als Nationalheld und  Gentleman auf dem Spielfeld: Die Fußballwelt trauert um Sir Bobby Charlton, Star bei Manchester United und WM-Held 1966 mit der englischen Nationalmannschaft.

"Manchester United trauert um Sir Bobby Charlton, einen der größten und beliebtesten Spieler in der Geschichte des Vereins", teilte der Verein aus Manchester am Samstag in einer Erklärung mit.

1968 hatte er die Red Devils zum ersten englischen Verein gemacht, der den großen Europapokal in die Höhe stemmte. Diese Leistung war umso beeindruckender, als zehn Jahre zuvor acht seiner Teamkollegen bei dem Flugzeugabsturz in München ums Leben gekommen waren, den er wie durch ein Wunder unverletzt überstanden hatte.

Der Gewinner des Goldenen Balls von 1966, der für seine furchteinflößenden Schüsse bekannt war, war auch zum Symbol für Eleganz und Sportgeist geworden.

Sein ehemaliger Trainer bei MU, Matt Busby, sagte über ihn: "Es gab nie einen Fußballer, der so beliebt war. Er war sowohl als Mensch als auch als Spieler nahe an der Perfektion."

Obwohl Charlton ein Mittelfeldspieler war, schoss er Tore mit der Regelmäßigkeit eines Stürmers und traf oft von außerhalb des Strafraums ins gegnerische Tor.

Die englischen WM-Helden 1966
Die englischen WM-Helden 1966CENTRAL PRESS / AFP

Bedauern, Trauer und Schuldgefühle

Bobby Charlton wurde am 11. Oktober 1937 in Ashington, einer Arbeiterstadt im Nordosten Englands, geboren und kam im Alter von 15 Jahren zu United.

Der Verein, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg im Wiederaufbau befand, bevorzugte damals die Einstellung junger Spieler. Unter dem Trainer Matt Busby und mit Charlton als Anführer wurden die "Busby Babes" 1957 englischer Meister.

Dieser Erfolg qualifizierte Manchester für den Europapokal der Landesmeister in der folgenden Saison. Auf dem Rückweg vom Viertelfinalrückspiel gegen Roter Stern Belgrad am 6. Februar 1958 ereignete sich die Tragödie.

Nach einer Zwischenlandung in München zum Auftanken unternahm das Flugzeug mit der Mannschaft zwei missglückte Startversuche, bevor der dritte einen tödlichen Ausgang nahm. Der aus dem Flugzeug geschleuderte Bobby Charlton kam mit leichten Verletzungen davon, aber 23 Menschen kamen bei dem Unfall ums Leben.

Eines der Opfer war der 21-jährige Duncan Edwards, dem eine große Karriere bevorstand und den Charlton als "den einzigen Spieler, der mir das Gefühl gab, minderwertig zu sein" beschrieb.

"Noch heute ... kommt es zurück und berührt mich jeden Tag", schrieb er in seiner 2007 erschienenen Autobiografie "My Manchester United Years". "Manchmal denke ich verstohlen daran. Das stürzt mich in ein schreckliches Gefühl der Traurigkeit und Schuld, weil ich es geschafft habe."

Statute mit Bobby Charlton, George Best und Denis Law
Statute mit Bobby Charlton, George Best und Denis LawPAUL ELLIS/AFP or licensors

WM-Titel, Weltruhm und die "Heilige Dreifaltigkeit"

Acht Jahre nach der Tragödie erlangte Bobby an der Seite seines älteren Bruders Jack Charlton Weltruhm, als er England im Heimspiel seinen erste WM-Titel bescherte.

Der Spielmacher der "Three Lions" erzielte im Laufe des Turniers drei Tore, darunter ein Doppelpack gegen Eusebios Portugal im Halbfinale. Im Finale setzten sich die Engländer gegen Westdeutschland unter dem jungen Franz Beckenbauer durch (4:2 nach Verlängerung).

Zwei Jahre später schrieb er auf demselben Wembley-Rasen nochmal Geschichte, als er mit Manchester United den Europapokal der Landesmeister gewann, zusammen mit George Best und Denis Law, mit denen er die "Heilige Dreifaltigkeit" bildete.

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Nach der Weltmeisterschaft 1970 trat er mit 49 Länderspieltoren in den internationalen Ruhestand - ein Rekord, der erst im September 2015 von Wayne Rooney übertroffen wurde. Seine lange und ruhmreiche Karriere bei United endete 1973, als er in 758 Spielen 249 Tore erzielte.

Für seine Erfolge wurde er geehrt und 1994 von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Seit 2008 steht eine Statue von Charlton und seinen Teamkollegen Denis Law und George Best vor dem Old Trafford und 2016 wurde eine Tribüne im Stadion nach ihm umbenannt.

"Wir werden ihn nie vergessen"

Der englische Fußballverband (FA) kündigte auf X (ehemals Twitter) an, man werde am 17. November im Wembley-Stadion anlässlich des Spiels Englands gegen Malta den Meisterkicker ehren.

Geoff Hurst, Charltons ehemaliger Teamkollege bei den "Three Lions" und Hattrickschütze im WM-Finale 1966, das England mit 4:2 nach Verlängerung gegen Deutschland gewann, shrieb auf X: "Sehr traurige Nachrichten heute ... einer der Größten, Sir Bobby Charlton, ist gestorben. Wir werden ihn nie vergessen und der Fußball auch nicht. Ein großartiger Partner und Freund, das ganze Land wird ihn schmerzlich vermissen, nicht nur im Sport."

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Eric Cantona, ehemaliges Idol von Manchester United in den 1990er Jahren, schrieb: "Ruhe in Frieden Sir Bobby Charlton. Einer der Größten aller Zeiten."

David Beckham postete auf Instagram ein Foto von sich als Kind an der Seite von Charlton: "Alles begann mit Sir Bobby. Sir Bobby ist der Grund, warum ich die Möglichkeit hatte, für Manchester United zu spielen (...) Ein wahrer Gentleman, ein Familienvater und ein echter Nationalheld... Heute ist nicht nur ein trauriger Tag für Manchester United und England, es ist ein trauriger Tag für den Fußball und alles, wofür Sir Bobby stand."

Gianni Infantino, Präsident der Fifa bedauerte: "Worte werden nie ausreichen. Wir trauern um den Verlust (...) einer Fußballlegende, deren Einfluss auf das Spiel Generationen überdauert hat."

"Bobby Charlton nimmt einen Platz in der Geschichte unter den größten Fußballspielern ein und war äußerst beliebt. Ruhe in Frieden, Sir Bobby", schrieb Der britische Premierminister Rishi Sunak.

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Gary Lineker, ehemaliger englischer Nationalstürmer und Torschützenkönig der WM 1986, sagte im Gespräch mit der BBC, für die er als Berater tätig ist: "Für mich ist er der größte englische Spieler aller Zeiten. Er mag nicht mehr unter uns sein, aber in der Welt des Fußballs wird er unsterblich bleiben. Ruhe in Frieden, Sir Bobby".

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