đ«đ· Innenminister GĂ©rald Darmanin hat Karim Benzema wegen eines Gaza-Tweets kritisiert und dem FuĂballstar vorgeworfen, er unterstĂŒtze die Muslimbruderschaft. Was steckt dahinter?
Frankreichs Innenminister GĂ©rald Darmanin hat in einem Fernsehinterview mit dem Sender CNews behauptet, Karim Benzema sei "notorisch mit der Muslimbruderschaft verbunden". Seither weist der Anwalt des FuĂballstars diese Anschuldigung vehement zurĂŒck.
Französische Medien berichten sogar, der 35-jĂ€hrige Benzema habe seinem Anwalt gesagt, er wisse gar nicht genau, was die Muslimbruderschaft sei, habe nur vage davon gehört. Der 35-JĂ€hrige aus Lyon steht seit dieser Saison beim saudischen Klub Al-Ittihad unter Vertrag. Und Saudi-Arabien sieht die MuslimbrĂŒder als Terrororganisation an. Auch in Ăgypten, wo die MuslimbrĂŒder 1928 gegrĂŒndet wurden, ist die Gruppe seit 2013 - die einige als radikal-islamistisch ansehen - verboten.
Benzemas Tweet zu Gaza
Als Hintergrund des Streits nannte der Innenminister einen Tweet von Benzema, in dem der französische Nationalspieler und Ballon d'Or 2022 schreibt: "Wir beten fĂŒr die Menschen in Gaza, die wieder einmal Opfer dieser ungerechten Bombardierungen geworden sind, die weder Frauen noch Kinder verschonen."Â
Die grĂŒne Oppositionspolitikerin Sandrine Rousseau fragte sich, ob der Innenminister nichts Besseres zu tun habe, als sich mit den Tweets eines FuĂballers zu beschĂ€ftigen.
Gérald Darmanin - der selbst auf X sehr prÀsent ist - forderte Karim Benzema dazu auf, einen Tweet der Anteilnahme zum in Arras getöteten Lehrer zu schreiben.
Benzemas Anwalt Hugues Vigier riet seinem Klienten in den französischen Medien davon ab, sich vom Innenminister erpressen zu lassen.
Darmanin bringt sich als möglicher Macron-Nachfolger ins Spiel
Der 41-jÀhrige Gérald Darmanin bringt sich als einer der möglichen Nachfolger von Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron in Stellung. Seine Law-and-Order-OmniprÀsenz erinnert an den ehemaligen Staatschef und Innenminister Nicolas Sarkozy.
Darmanin oder Attal?
Doch der ehemalige BĂŒrgermeister von Tourcoing in Nordfrankreich ist nicht der einzige Minister, der durch markige Worte und AnkĂŒndigungen im Kampf gegen den Islamismus innenpolitisch punkten will.Â
Frankreichs Erziehungsminister Gabiel Attal hat nach der Ermordung des Lehrers durch einen ehemaligen SchĂŒler erklĂ€rt, er wolle keine radikalisierten Jugendlichen mehr an französischen Schulen. DafĂŒr bekam der 34-jĂ€hrige ehemalige Sozialist Attal Applaus von Konservativen und von extremen Rechten.
Emmanuel Macron darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr als PrÀsident antreten.