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"Wir wollen keinen Krieg, wir wollen, dass es aufhört" - katastrophale Lage im Gazastreifen

Die palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen leidet enorm unter den Luftangriffen.
Die palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen leidet enorm unter den Luftangriffen. Copyright Abed Khaled/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Copyright Abed Khaled/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Von Euronews mit AP, DPA
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die humanitäre Lage im Gazastreifen wird immer katastrophaler. Die Notunterkünfte für Binnenflüchtlinge sind heillos überfüllt.

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Die Lage der Hunderttausenden Zivilist:innen im Gazastreifen wird immer katastrophaler. Inzwischen wurden dort durch die israelischen Luftangriffe nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums mehr als 6500 Palästinenser:innen getötet, über 17.000 seien verletzt worden.

Das UN-Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) gab unter Berufung auf die Behörde bekannt, dass es sich bei 68 Prozent der Todesopfer um Kinder und Frauen handeln soll. Rund 1600 Menschen in Gaza gelten demnach als vermisst. Diese Zahlenangaben lassen sich allerdings nicht unabhängig prüfen.

Arbeit der Hilfsorganisationen droht, zum Erliegen zu kommen

Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), die wohl wichtigste Hilfsorganisation im Gazastreifen, schlägt Alarm: Die Hilfslieferungen seien nicht ausreichend, durch den Treibstoffmangel könne die Arbeit der Organisationen und Gesundheitseinrichtungen in der ganzen Region zum Erliegen kommen.

Bereits am Mittwoch warnte die UN davor, dass das Hilfswerk ohne sofortige Treibstoff-Lieferungen womöglich noch am selben Abend nicht mehr weiterarbeiten könne.

Nach Angaben lokaler Behörden seien mehr als 40 Prozent aller Häuser und Wohnungen im Gazastreifen beschädigt oder zerstört worden. Zahlreiche Zivilist:innen mussten ihr Zuhause verlassen.

So auch Abu Ibrahim Zaqut, der aus Dschabaliya geflüchtet ist.

"Ich musste mit neun meiner Familienmitglieder in zwei Autos hierher kommen und in diesem Lager Schutz suchen, um vor der Bombardierung, Zerstörung und den Morden zu fliehen. Ich musste zehn Tage im Freien in der Hitze verbringen, um ein Zelt zu bekommen", erzählt er.

"Wir wollen, dass es aufhört"

Auch Hadeel Al-Najjar wurde aus Dschabaliya vertrieben. "Wir wollen keinen Krieg, wir wollen, dass es aufhört. Wir sind so müde, wir sind buchstäblich überwältigt", klagt sie.

"Wir stehen in langen Schlangen an, nur um die Toilette zu benutzen. Wir haben nicht einmal Grundrechte. Wir sind eher wie leblose Körper", so Al-Najjar weiter.

Nach Angaben des UN-Nothilfebüros OCHA sind schätzungsweise 1,4 Millionen Palästinenser:innen im Gazastreifen aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben worden. Derzeit sind ungefähr 590.000 von ihnen in den 150 Unterkünften des UNRWA untergebracht. Die Notunterkünfte sind heillos überfüllt. Im Schnitt muss jedes Lager 2,5-mal so viele Menschen aufnehmen, wie dort planmäßig unterkommen können.

Weitere Quellen • OCHA

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