Qual der Wahl – Neues Tarifsystem für Strom in Griechenland

Strommasten nahe der nordgriechischen Stadt Kozani im Juni 2022.
Strommasten nahe der nordgriechischen Stadt Kozani im Juni 2022. Copyright Thanassis Stavrakis/Copyright 2022 The AP. All rights reserved
Von Symela TouchtidouEuronews
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Konstant oder variabel? Vor dieser Frage stehen zurzeit griechische Haushalte bei ihrem Stromtarif. Ab dem neuen Jahr gibt es ein neues Tarifsystem. Doch die Versorger informieren nicht ausreichend, sagen Verbraucher.

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In Griechenland bereitet den Menschen zum Jahreswechsel eine auf den ersten Blick banale Frage Kopfzerbrechen: Welchen Stromtarif wähle ich? Der Hintergrund: Ab 2024 gibt es ein neues Strompreis-System. Dabei haben die Verbraucher zum ersten Mal die Wahl zwischen einem Tarif mit Festpreis und einem mit variablem Preis. Der variable Preis orientiert sich an den Preisen auf dem Großmarkt.

Eine junge Frau in Athen sagt: "Ich habe mich noch nicht entschieden. Die Wahrheit ist, dass die Stromversorger uns nicht bei der Entscheidung helfen. Sie geben nur wenige Informationen. Die endgültigen Preise sind noch nicht bekannt. Was auch immer man wählt, es ist riskant."

Sinkende Strompreise im Großhandel in Aussicht

Ab 2024 wird Strom in Griechenland nicht mehr staatlich subventioniert. Nach Rekordhöhen in den Jahren 2022 und 2023 gehen die meisten Fachleute davon aus, dass die Großhandelspreise für Strom auf den internationalen Märkten im neuen Jahr sinken. Dass sich das dann positiv auf ihre Stromrechnungen auswirkt, bezweifeln viele Verbraucher in Griechenland.

Ein Passant sagt beispielsweise: "Ich glaube nicht, dass die Preise sinken werden. Das werden sie nicht. Aber wir warten ab, was passiert." Und eine Frau ergänzt: "Ich glaube nicht, dass die Preise in absehbarer Zeit sinken werden. Das hat uns zumindest die Geschichte gelehrt. Und selbst wenn sie es tun, dann nur sehr gering."

Macht nachhaltige Energie den Strom teurer?

Mit Blick auf die Umstellung hin zu regenerativen Energiequellen befürchten viele Griechinnen und Griechen, dass Energie eher noch teurer wird. So wie dieser Mann: "Es gibt keine Chance, dass die Strompreise fallen. Wir müssen für die Kosten der erneuerbaren Energien aufkommen, und diese Kosten werden immer an den Verbraucher weitergegeben."

Euronews-Reporterin Symela Touchtidou hat sich in Athen umgehört: "Einige Marktbeobachter sagen, dass die Jagd der Verbraucher nach dem günstigsten Stromanbieter der Suche nach der billigsten Tankstelle ähneln wird. Die Unterschiede bei den Endpreisen werden gering sein, während die Gesamtkosten durch hohe Steuern und Abgaben aufgebläht werden."

Starke Belastung für Haushalte

In Griechenland ist der Stromerzeugerpreis der höchste in der EU. Er ist fast doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt. Die Stromkosten belasten die griechischen Haushalte erheblich. Dabei sind sie bereits mit der hohen Inflation und den explodierenden Preisen für Grundnahrungsmittel konfrontiert.

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