Schlechte Sicht und Panzerlärm Schuld an versehentlicher Geiseltötung

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Gazastreifen Copyright Ohad Zwigenberg/AP
Von Euronews mit AFP, AP, dpa
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Das israelische Militär hat eingeschränkte Sicht und Panzerlärm als Gründe für die versehentliche Tötung dreier Geiseln vor zwei Wochen ausgemacht. Die Hamas zeigen sich offen für einen Waffenstillstand, lehnen aber von Israel oder den USA auferlegte Verwaltungen ab.

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Beim Einschlag einer Rakete in ein Wohnhaus in Rafah im südlichen Gazastreifen sind  mindestens 23 Menschen getötet und viele verletzt worden. Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium gibt die Zahl der palästinensischen Todesopfer sei Ausbruch des Krieges am 7. Oktober inzwischen mit mehr als 21.300 an.

Israel hatte zuletzt erklärt, den Kampf gegen die islamistische Hamas trotz internationaler Aufrufe zu einem Waffenstillstand fortsetzen zu wollen.

Hamas offen für Waffenstillstand aber gegen externe Verwaltung

Osama Hamdan, der oberste Vertreter der Hamas im Libanon, erklärte, man sei offen für jeden Vorschlag für einen endgültigen und vollständigen Waffenstillstand im Gazastreifen, lehne aber von Israel oder den USA auferlegte Verwaltungen ab. "Wir betonen, dass die palästinensische Frage eine innerpalästinensische nationale Entscheidung ist", so Hamdan. 

In Israel haben derweil Hunderte Menschen in der Stadt Tel Aviv einem israelischen Medienbericht zufolge gegen den Krieg demonstriert. Sie forderten am Donnerstagabend ein Ende der Kämpfe, die Freilassung der noch festgehaltenen Geiseln sowie eine Ende der israelischen Besatzung, wie die Zeitung "Haaretz" berichtete. Auch in Jerusalem demonstrierten demnach Hunderte für die Freilassung der nach israelischen Informationen noch knapp 130 festgehaltenen Geiseln.

Schlechte Sicht und Panzerlärm

Das israelische Militär hat eingeschränkte Sicht und Panzerlärm als Gründe für die versehentliche Tötung dreier Geiseln vor zwei Wochen ausgemacht.

Armee-Sprecher Daniel Hagari sagte,  die israelischen Streitkräfte sind verantwortlich für das, was passiert ist. "Wir haben den Familien die Untersuchung und alle uns zur Verfügung stehenden Ergebnisse vorgelegt. In aller Transparenz und um die Wahrheit bemüht, auch wenn das sehr schwierig und schmerzhaft ist."

Der Soldat, der zunächst zwei der Geiseln tötete, habe nur eingeschränkte Sicht auf die Geiseln gehabt, teilte die israelische Armee am Donnerstag mit. Zudem hätten zwei Soldaten den Befehl, das Feuer einzustellen, wegen Panzerlärms nicht gehört und später den dritten Mann erschossen.

UN warnen vor Hungerkatastrophe

Lkw-Konvois mit humanitären Hilfsgütern und Treibstoff haben den ägyptischen Grenzübergang Rafah nach Gaza überquert. Laut dem UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA sind 40 Prozent der Bevölkerung von einer Hungerkatastrophe bedroht. "Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben, um das Finden von Nahrung und Wasser", schrieb der Gaza-Direktor von UNRWA, Thomas White, am Donnerstag auf X. "Die einzige verbleibende Hoffnung ist ein humanitärer Waffenstillstand." Der abgeriegelte Gazastreifen ist kaum größer als die Stadt München.

Der Palästinensische Rote Halbmond will in Chan Junis im Südosten zunächst 300 Zelte für vertriebene Familien errichten. Später solle die Kapazität auf 1.000 Zelte erweitert werden, um Hunderten von vertriebenen Familien in der südlichen Region des Gazastreifens eine Unterkunft zu bieten, teilte der Rettungsdienst auf X weiter mit.

Israel vermutet, dass sich in Chan Junis die Führungsspitze der islamistischen Hamas versteckt hält. Auf diese Region konzentriert die Armee derzeit ihre Kämpfe. Bei einem weiteren israelischen Angriff auf ein Gebäude in der Nähe des Al-Amal-Krankenhauses in Chan Junis seien am Donnerstag zehn Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden, hatte der Palästinensische Halbmond mitgeteilt.

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