Russische Aggressionen: Polen verstärkt seine Grenze zu Belarus

Polen will seinen Grenzzaun zu Belarus modernisieren.
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Von Magdalena Chodownik
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Experten warnen davor, die Möglichkeiten und Absichten Russlands zu unterschätzen. Polen verstärkt in Zusammenarbeit mit den baltischen Ländern und Finnland seine Grenze zu Belarus.

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Polen will seinen Grenzzaun zu Belarus modernisieren. Das hat Regierungschef Donald Tusk in der vergangenen Woche angekündigt. Die Arbeiten schnell beginnen und mit den baltischen Ländern und Finnland koordiniert werden. 

Geplant war das schon länger, aber dass die Regierung jetzt Tempo macht, zeigt, wie wichtig die innereuropäische Zusammenarbeit für die gemeinsame Sicherheit angesichts der russischen Aggression geworden ist. 

Polens stellvertretender Außenminister Andrzej Szejna erklärt, dass man alle Kräfte und Erfahrungen bündeln wolle, um die Grenzen noch stärker zu sichern. 

Polen, Estland, Lettland, Litauen, Finnland arbeiten gemeinsam für mehr Sicherheit an der Ostflanke

"Wir werden auch ein rotierendes Kamerasystem vorschlagen, um die Bewegungen der Migranten zu überwachen, und natürlich werden wir die Erfahrungen des Grenzschutzes und anderer Dienste aus den letzten zwei Jahren sammeln, und mit den anderen Diensten der Länder unserer Allianzen zusammenarbeiten."

Die Frage der Kontrolle an den östlichen Grenzen der EU scheint nicht nur im Hinblick auf die Migration von Bedeutung zu sein, sondern auch für das gemeinsame Sicherheitssystem und die Reaktionsstrategie. 

Estland, Partner bei der Sicherung der NATO-Ostflanke, warnt davor, die Möglichkeiten und Absichten Russlands zu unterschätzen.

"Die Einschätzung des estnischen Auslandsgeheimdienstes wie Russland wahrscheinlich in drei bis vier Jahren seine militärischen Fähigkeiten wiederherstellen wird, ist ein wichtiger Faktor", sagt Miko Haljas, der estnische Botschafter in Polen.

"Aber es hängt auch von unserer Seite ab, ob wir in der Lage sind, der Ukraine so weit zu helfen, dass sie gewinnt und Russland seine Pläne ändert. In Estland, Lettland, Litauen und Polen haben wir diese Art von Führungsrolle übernommen, diejenigen zu sein, die die anderen inspirieren, sodass sie sich auch mit der richtigen Geschwindigkeit bewegen."

Russland verbreitet die Desinformation, Polen wolle Teile der Ukraine und Belarus besetzen

Experten weisen darauf hin, dass die östlichen Grenzen nicht nur physisch, sondern auch in Form von Desinformation das Ziel russischer Aktivitäten sein werden. 

Agnieszka Legucka vom polnischen Institut für Internationale Angelegenheiten, sagt, dass Russland weiterhin destabilisierende Aktivitäten gegen die Länder der NATO und die NATO-Ostflanke durchführen werde. 

"Sie wiederholen auch immer wieder, dass es Polen ist, das imperiale Ambitionen hat, und dass Polen zum Beispiel einen Teil der Ukraine oder einen Teil von Belarus besetzen möchte."

In der öffentliche Meinung habe die russische Desinformationskampagne bereits Wirkung gezeigt. "In Russland und Belarus will ein Großteil der Bevölkerung eine größere Armee haben", sagt Agnieszka Legucka. Somit stützt die öffentliche Meinung die Ziele der Regierung, die auf wenig Widerstand stößt.

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