174 Tage Krieg in Gaza: Israels Netanjahu hält an Rafah-Offensive fest - trotz UN-Waffenstillstand

Israel attackiert weiter den Gazastreifen - trotz des von der UN beschlossenen Waffenstillstands
Israel attackiert weiter den Gazastreifen - trotz des von der UN beschlossenen Waffenstillstands Copyright Fatima Shbair/Copyright 2024 The AP. All rights reserved.
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Von Euronews mit AP, Wafa
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Im Gazastreifen ist laut UN-Angaben inzwischen jedes dritte Kind unter zwei Jahren akut unterernährt oder von Unterernährung betroffen. Weiterhin gelangen kaum Hilfsgüter in das von Israel abgeriegelte Kriegsgebiet.

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Neben den israelischen Luftschlägen gegen den Gazastreifen toben die heftigsten Kämpfe seit fünf Monaten an der Front im Süden des Libanon, wo Israel gegen die Hisbollah vorgeht. Unter den 16 Toten im libanesischen Dorf Hebbariyeh sind auch sieben Sanitäter, die ums Leben kamen, als ihr Stützpunkt von der israelischen Armee beschossen wurde. Die israelischen Angriffe vom Mittwoch richteten sich gegen eine libanesische sunnitische militante Organisation Jamaai Islamiya und andere Milizen.

In Israel wurden eine Person getötet und zwei weitere leicht verletzt, nachdem die Hisbollah 30 Raketen auf Kyriat Schmona abgefeuert hatte.

Die israelischen Angriffe vom Mittwoch richteten sich gegen eine libanesische sunnitische militante Organisation Jamaai Islamiya.

Dutzende Menschen versammelten sich am Mittwoch im Südlibanon, um der bei einem israelischen Luftangriff getöteten Sanitäter zu gedenken.

In Israel wurden eine Person getötet und zwei weitere leicht verletzt, nachdem die Hisbollah 30 Raketen auf Kyriat Schmona abgefeuert hatte. Die libanesische Hisbollah übernahm die Verantwortung für die Raketenangriffe.

Insgesamt wurden an der Front zwischen Israel und dem Libanon Angaben der Agentur AP zufolge in Israel neun Zivilisten und 11 Soldaten getötet. Im Libanon sind fast 240 Hisbollah-Kämpfer und etwa 40 Zivilisten ums Leben gekommen.

Netanjahu: "Sie können aus Rafah wieder in den Norden ziehen"

Israels Regierungschef beharrte bei einem Treffen mit US-Abgeordneten auf seinem Plan, eine Offensive gegen Rafah im Gazastreifen durchzuführen, wohin mehr als eine Million Menschen aus dem Norden des Kriegsgebiets geflüchtet waren.

Benjamin Netanjahu erklärte zur Lage der Millionen Flüchtlinge an der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten und seinen Angriffsplänen gegen die Hamas:

"Der gesamte Gazastreifen nördlich von Rafah, die Leute sind runtergezogen, sie können wieder raufziehen, Aber es sind immer noch 65% des Gazastreifens offen und die Leute ziehen einfach um, sie ziehen mit ihren Zelten um."

Die palästinensische Agentur Wafa hat ein Video aus dem im Al-Aqsa-Krankenhaus in Deir al Bala veröffentlicht, das dramatische Szenen nach israelischen Angriffen zeigt. Israel hat offenbar nicht die Absicht, die am Montag vom UN-Sicherheitsrat in einer Resolution geforderte Waffenruhe zu respektieren. Bisher kommen auch nicht mehr Hilfsgüter in den von Israel abgeriegelten Gazastreifen.

Kaum noch funktionierende Krankenhäuser im Gazastreifen

In New York sagte Stéphane Dujarric, der Sprecher des Generalsekretärs Antonio Guterres: "Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind zwei Drittel der 36 Krankenhäuser im Gazastreifen nicht funktionsfähig, zwei sind minimal funktionsfähig und zehn sind teilweise funktionsfähig, vier im Norden und sechs im Süden. Nach Angaben des Welternährungsprogramms sind etwa 70 % der Bevölkerung im Norden des Gazastreifens von katastrophalem Hunger betroffen".

Kinder und Erwachsene leiden "katastrophalen Hunger"

Jedes dritte Kind unter zwei Jahren im Gazastreifen gilt inzwischen als akut unterernährt oder von Unterernährung betroffen. Viele Eltern essen tagelang nichts, damit ihre Kinder zumindest kleine Rationen an Lebensmitteln erhalten. Laut dem Welternährungsprogramm WFP konnte die UN-Organisation seit Jahresbeginn nur 11 Hilfslieferungen in den Norden des Gazastreifens bringen.

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