Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für Anfang Januar mehrere hochrangige Treffen angekündigt. Dabei sollen die jüngsten Entwicklungen vor Ort erörtert, die internationale Unterstützung ausgeweitet und die Strategie der laufenden Friedensbemühungen abgestimmt werden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für Anfang Januar mehrere wichtige diplomatische Schritte angekündigt. In einem Beitrag auf X schrieb er, dass neue Gespräche vorbereitet würden, die auf ein Ende des russischen Angriffskrieges abzielen.
Demnach steht Verteidigungsminister Rustem Umjerow in engem Austausch mit zentralen Partnern in den USA und in Europa. Gleichzeitig arbeite Kyjiw an neuen Gesprächsformaten, erste Treffen seien bereits in den kommenden Tagen geplant.
Den Anfang soll am Samstag ein Treffen mit den nationalen Sicherheitsberatern und Mitgliedern der ukrainischen Regierung machen. Vertreter aus Europa sowie Beamte aus den USA sollen per Videoschalte zugeschaltet werden.
"Am 3. Januar wird in der Ukraine ein Treffen der nationalen Sicherheitsberater stattfinden. Es ist das erste dieser Art im Land, das sich mit Fragen des Friedens befasst", schrieb Selenskyj auf X.
"Europäische Vertreter werden teilnehmen, zudem erwarten wir die Zuschaltung des amerikanischen Teams. Insgesamt haben 15 Länder ihre Teilnahme zugesagt, ebenso Vertreter der europäischen Institutionen und der NATO", so der ukrainische Präsident.
Bereits zwei Tage später ist in Kyjiw ein weiteres Treffen geplant. Dann sollen hochrangige Verteidigungs und Militärvertreter zusammenkommen, um über mögliche Sicherheitsgarantien für den Fall eines Friedensabkommens zu beraten.
"Als Nächstes, am 5. Januar, wird ein Treffen der Militärs, der Generalstabschefs, stattfinden. Zentrales Thema sind die Sicherheitsgarantien für die Ukraine", heißt es Selenskyj zufolge.
Politisch sei nahezu alles vorbereitet, betonte der Präsident. Nun gehe es darum, jedes Detail auszuarbeiten, etwa wie Garantien in der Luft, an Land und zur See konkret funktionieren könnten, falls es gelinge, den Krieg zu beenden.
"Und genau das ist das wichtigste Ziel für alle normalen Menschen", schrieb er. Darüber hinaus kündigte der ukrainische Regierungschef an, dass die sogenannte Koalition der Willigen ihr erstes Treffen in diesem Jahr auf Ebene der Staats und Regierungschefs in Frankreich abhalten wolle.
Ziel sei es, die Verteidigung der Ukraine gegen russische Angriffe weiter zu stärken und die Strategie für die laufenden Friedensgespräche abzustimmen.
"Am 6. Januar wird ein Treffen auf Ebene der Staats und Regierungschefs stattfinden – der europäischen Staats und Regierungschefs sowie der Führung der Koalition der Willigen", erklärte Selenskyj.
Derzeit liefen die Vorbereitungen, um sicherzustellen, dass das Treffen konkrete Ergebnisse bringe, die Unterstützung weiter ausgebaut werde und das politische Vertrauen sowohl in mögliche Sicherheitsgarantien als auch in ein Friedensabkommen gestärkt werde.
"Ich danke allen, die uns dabei unterstützen", schrieb der Präsident. Die Ankündigung erfolgte am Abend des Neujahrstages vor dem Hintergrund anhaltender russischer Angriffe auf mehrere Regionen der Ukraine.
Betroffen waren unter anderem die besetzte ostukrainische Donbass-Region sowie Charkiw, Sumy, Odessa, Tschernihiw und Cherson.
Nach Angaben von Präsident Selenskyj hat der Kreml mehr als 200 Drohnenangriffe gestartet, um "den Krieg ins neue Jahr zu tragen".
Ziel der Angriffe seien vor allem zivile Einrichtungen sowie die Energieinfrastruktur gewesen.
Selenskyj appellierte erneut an die internationalen Partner, die Unterstützung für die Ukraine weiter auszubauen, damit das Land sich und seine Bevölkerung schützen könne.
"Die Tötungen müssen gestoppt werden – beim Schutz von Menschenleben darf es keine Pausen geben. Wenn die Angriffe selbst über die Neujahrsfeiertage nicht enden, dann dürfen auch die Lieferungen von Luftabwehrsystemen nicht verzögert werden. Unsere Verbündeten verfügen über die notwendige, wenn auch knappe Ausrüstung", schrieb Selenskyj.