Putins Sprachrohr, der Vize-Chef des russischen Sicherheitsrates, kann sich vorstellen, dass Moskau eine Operation wie die Verschleppung von Nicolas Maduro durchführt. Und als Beispiel nennt Medwedew eine Entführung von Kanzler Friedrich Merz.
Der ehemalige Präsident von Russland Dmitri Medwedew erregt immer wieder durch extreme Aussagen Aufmerksamkeit. Auch wenn der inzwischen 60-jährige Vertraute von Staatschef Wladimir Putin seit Jahren kein hohes Amt im Kreml ausübt, gilt der stellvertretende Leiter des nationalen Sicherheitsrates der russischen Föderation als Megaphon des Präsidenten. Wegen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine steht er seit April 2022 auf den Sanktionslisten der EU und der USA.
Während Medwedew jetzt einerseits die US-Militäroperation gegen Nicolas Maduro in Venezuela kritisiert, spielt er andererseits mit dem Gedanken, dass Russland eine ähnliche Aktion durchführen und den deutschen Kanzler Friedrich Merz entführen könnte.
Zur US-Operation in Venezuela schreibt Medwedew auf X auf Englisch: "Das Team Trump geht bei der Durchsetzung der Interessen seines Landes hart und zynisch vor. Die Absetzung Maduros hatte nichts mit Drogen zu tun – nur mit Öl, und das geben sie auch offen zu. Lex fortissimum ist eindeutig stärker als gewöhnliche Gerechtigkeit, aber ob sie Venezuela aus der Ferne regieren können, ist eine große Frage."
Medwedew bezeichnet Merz als "Neonazi"
In einem Interview mit der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass verteidigt Medwedew Maduro, doch er sagt auch, dass Russland - wie die USA - andere Staats- und Regierungschefs entführen könnte. Namentlich nennt der Putin-Vertraute nur einen Politiker: den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser hatte die US-Militäroperation in Venezuela nur vorsichtig kritisiert.
"Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie sein", erklärt Medwedew, der das Kidnapping des Kanzlers als durchaus realitstisches Szenario bezeichnet. "Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust, zumal die Bürger umsonst leiden."
Mit dem Vorwurf sie gingen gegen "Neonazis" vor, legitimieren Russlands Präsident Putin und seine Unterstützer den großangelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine und gegen die Regierung von Wolodymyr Selenskyj in Kyjiw.
Friedrich Merz hatte sich in den vergangenen Wochen sehr deutlich auf die Seite der Ukraine gestellt und für die Finanzierung der Darlehen an Kyjiw durch in der EU eingefrorenes russisches Staatsvermögen ausgesprochen. Beim EU-Gipfel im vergangenen Dezember konnte sich der Kanzler mit seiner Position aber nicht durchsetzen.