Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

"Epstein Files": Fragmente des Kaaba-Tuchs an Epstein geliefert?

Saudische Arbeiter wechseln den Anstrich in Mekka, Saudi-Arabien, Sonntag, 11. September 2016. (AP Photo/Hussein Mala)
Saudische Arbeiter wechseln den Anstrich in Mekka, Saudi-Arabien, Sonntag, 11. September 2016. (AP Photo/Hussein Mala) Copyright  Hussein Malla/Copyright 2016 The AP. All rights reserved.
Copyright Hussein Malla/Copyright 2016 The AP. All rights reserved.
Von Euronews
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Die E-Mails zeigen, dass die Sendung mit British Airways von Saudi-Arabien nach Florida geflogen wurde. Abrechnung, Zoll und Weiterleitung wurden offenbar innerhalb der USA separat organisiert. Teile des Tuchs der Kaaba von Mekka haben eine hochreligiöse, symbolische Bedeutung für Moslems.

Aus den neu freigegebenen "Epstein Files" geht hervor, dass Fragmente des heiligen Tuchs, das die Kaaba in Mekka bedeckt, offenbar über Firmen mit Verbindungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten in die USA gelangten und dort an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geliefert wurden.

Aus E-Mails vom Februar und März 2017 ergibt sich, dass die emiratische Geschäftsfrau Aziza al-Ahmadi gemeinsam mit einem Mann namens Abdullah al-Maari den Versand von drei Objekten organisierte, die der Kiswa zugeordnet werden.

Dabei handelt es sich um das schwarze, mit Gold bestickte Tuch, das die Kaaba, die heiligste Stätte des Islam, in Saudi-Arabien umhüllt.

Die Kiswa wird jedes Jahr ausgetauscht. Teile des alten Tuchs gelangen anschließend als begehrte Sammlerstücke in Umlauf.

Transport über British Airways und Weiterleitung in den USA

Den Akten zufolge wurde die Sendung offenbar mit British Airways von Saudi-Arabien in den US-Bundesstaat Florida transportiert. Abrechnung, Zollformalitäten und die Weiterleitung innerhalb der USA wurden separat koordiniert.

In den E-Mails ist von drei unterschiedlichen Stücken die Rede: eines aus dem Inneren der Kaaba, eines von der äußeren Hülle sowie ein drittes aus identischem Material, das nie verwendet worden war. Letzteres sollte mutmaßlich dazu dienen, die Lieferung offiziell als "Kunstwerke" zu deklarieren.

Die Stücke trafen im März 2017 bei Epstein ein, als er seine Haftstrafe bereits verbüßt hatte und als Sexualstraftäter registriert war.

In einer weiteren E-Mail hob Ahmadi die religiöse Bedeutung des Tuchs hervor und wandte sich direkt an Epstein: "Das schwarze Stück wurde von mindestens zehn Millionen Muslimen unterschiedlicher Richtungen, Sunniten, Schiiten und anderen, berührt."

Weiter schrieb sie: "Sie umrunden die Kaaba sieben Mal. Danach versucht jeder, sie zu berühren und legt dort Gebete, Wünsche, Tränen und Hoffnungen ab, in der Hoffnung, dass sie erhört werden."

Aus dem Schriftverkehr geht nicht hervor, wie Ahmadi Epstein kennengelernt hatte oder aus welchem Grund ihm die Stücke überlassen wurden.

In einer späteren E-Mail-Korrespondenz besuchte Ahmadi Epstein, nachdem Hurrikan Irma im September 2017 die Karibik getroffen und seine Privatinsel schwer beschädigt hatte. Über mehrere Tage hinweg wandte sich Ahmadi wiederholt an Epsteins Sekretärin, um sich nach dessen Wohlergehen zu erkundigen.

Diese antwortete: "Allen geht es gut. Das Wichtigste ist: Einige Gebäude sind verschwunden, Bäume sind weg, der Yachthafen ist beschädigt, Straßen sind unpassierbar, es gibt weitere äußere Schäden. Innen ist alles in Ordnung. Es ist chaotisch, aber wiederaufbaubar. Vielen Dank für Ihre Nachfrage."

Ahmadi reagierte darauf mit den Worten: "Ich verspreche, dir ein neues Zelt zu schicken ;)".

Aus den Nachrichten geht jedoch nicht hervor, ob Ahmadi Epsteins Insel jemals selbst besucht hatte oder ob sie Kenntnis von den dortigen Vorgängen hatte.

Little St. James Island

Little St. James Island galt später als zentrale Basis für Epsteins Netzwerk des sexuellen Missbrauchs. In einem weiteren Schreiben schickte Epsteins langjähriger Assistent Leslie Grove Ahmadi ein DNA-Testkit, ohne den Zweck zu erläutern.

Epstein selbst trat in der Korrespondenz nur selten direkt in Erscheinung. In einer Nachricht fragte Ahmadi Grove: "Kann ich heute noch bei Jeffrey vorbeikommen, bevor ich New York verlasse, um mich zu verabschieden und ihm zum Geburtstag zu gratulieren? Ich brauche nur 15 Minuten."

Unabhängig davon berichtete ein am Freitagabend veröffentlichtes Memo des FBI, Epstein habe mit amerikanischen und israelischen Geheimdiensten kooperiert.

In dem Dokument heißt es: "Epstein stand dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak nahe und wurde unter dessen Aufsicht für geheimdienstliche Aufgaben ausgebildet."

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Hat KI den Stellenabbau bei Amazon wirklich ausgelöst?

Epstein Files: Bot Ex-Trump-Berater Einfluss auf AfD-Politiker an?

Murmeltiertag: Punxsutawney Phil sagt noch sechs Wochen Winter voraus