Durchsuchung in den Pariser Büros von X: Die Abteilung für Internetkriminalität der Staatsanwaltschaft führt die Durchsuchungen mit Unterstützung von Europol und der Abteilung für Internetkriminalität der französischen Polizei durch.
Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte am Dienstag mit, dass die französischen Büros der Social-Media-Plattform X von Elon Musk im Rahmen einer kürzlich eingeleiteten Ermittlung durchsucht wurden.
Die Abteilung für Cyberkriminalität der Staatsanwaltschaft führe die Durchsuchungen mit Unterstützung von Europol und der Abteilung für Cyberkriminalität der französischen Polizei durch, hieß es in einem Beitrag auf X.
Die Aktion stehe im Zusammenhang mit einer im Januar 2025 eingeleiteten Untersuchung, fügte die Staatsanwaltschaft hinzu. Die Staatsanwaltschaft gab keine Einzelheiten über die Art der Untersuchung bekannt.
Elon Musk in Paris vorgeladen
X hat sich bisher nicht zu den Razzien geäußert. Die französischen Behörden haben Elon Musk dazu aufgefordert, im Rahmen der Untersuchung zu seiner Plattform X zu erscheinen und Fragen zu beantworten. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.
Die Vorladung zur freiwilligen Befragung ist für den 20. April 2026 in Paris angesetzt. Auch die Managerin der Plattform X, Lina Yaccarino, soll befragt werden. Yaccarino ist im Juli vergangenen Jahres nach zwei Jahren an der Spitze des Unternehmens als CEO von X zurückgetreten.
Die Staatsanwaltschaft teilte auch mit, dass sie X verlässt und forderte die Nutzer auf, "uns auf LinkedIn und Instagram zu finden".
Vorwurf: Veränderung von Algorithmen
Seit etwa einem Jahr ermittelt die französische Staatsanwaltschaft gegen X. Als Vorwurf steht im Raum, dass die Algorithmen in dem sozialen Netzwerk verändert worden sein sollen, um rechtsextremen Inhalten mehr Aufmerksamkeit zu bescheren.
Seit Kurzem gibt es auch Vorwürfe wegen Holocaust-Leugnung und sexualiserter Abbildungen. Der KI-Chatbot Grok hat von Frauen und Kinder sogenannte Deepfakes erstellt. Dabei wirken die Abbildungen täuschend echt, die abgebildeten Personen wissen jedoch nicht immer darüber Bescheid.
Die Ermittlungen verfolgten einen konstruktiven Ansatz und hätten das Ziel, einen Betrieb der Plattform X in Frankreich im Einklang mit den französischen Gesetzen zu gewährleisten, sagte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau nach Informationen der dpa.
Dies ist eine sich entwickelnde Geschichte und unsere Journalisten arbeiten an weiteren Updates.