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Umweltsünde: Reste stillgelegter Fischfarmen gammeln im Ionischen Meer und gefährden Schiffe

Entsorgung der zurückgelassenen Fischreuse auf  Ithaka
Entsorgung der zurückgelassenen Fischreuse auf Ithaka Copyright  Apostolos Staikos
Copyright Apostolos Staikos
Von Apostolos Staikos
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Seit sechs Jahren kommt die Umweltorganisation Healthy Seas immer wieder zur Insel Ithaka, um dort die Überreste stillgelegter Fischfarmen zu beseitigen und den Meeresboden zu säubern.

Ende Februar tauchte im Meer vor der griechischen Insel Ithaka ein riesiges, schwarzes Kunststoffobjekt auf. Passanten und Winterschwimmer wunderten sich, woher das Objekt, das auf den ersten Blick wie ein riesiges Rohr aussah, stammte.

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Aber Fischer und Schifffahrtsexperten wussten sofort, worum es sich handelte. Schließlich war es nicht das erste Mal, dassdie Überreste ehemaliger Fischfarmen den Meeresboden verunreinigen.Nur in diesem Fall gab es auch ein Sicherheitsproblem für Boote und Schiffe, die in diesem Gebiet verkehren. Vor allem nachts hätte es zu einem schweren Unfall kommen können, wenn ein Schiff mit dem riesigen "Ring" kollidiert.

Entsorgung des alten Fischkäfigs auf Ithaka
Entsorgung des alten Fischkäfigs auf Ithaka Apostolos Staikos

Ursprünglich befand sich der Fischzuchtkäfig im Seegebiet südöstlich von Ithaka.

"Ein Fischzuchtkäfig schwamm in der Nähe der Küste von Ithaka. Viele Schiffe fahren an der Stelle vorbei, so dass es nicht nur für die Sicherheit der Schiffe, sondern auch für die Menschen gefährlich ist. Ich war an Bord, als der Kapitän und die Mannschaft den 'Ring' im Meer entdeckten. Sofort riefen sie die Küstenwache. Die Küstenwache schleppte ihn zum Strand von Kaminias und zog ihn mit Hilfe eines Fahrzeugs an Land", erzählt Veronica Mikos, Leiterin von Healthy Seas im Interview mit euronews.

Der Bürgermeister von Ithaka, Dionysis Stanitsas, bat daraufhin die Umweltorganisation um Hilfe.

"Wir haben es geschafft, die Fischfarmen zu beseitigen, die vor der Insel zurückgelassen wurden. Die Insel wurde vor 3-4 Jahren von Healthy Seas gesäubert. Aber es gibt Teile, die sich von den Fischfarmen lösen, im Meer landen und die Schifffahrt behindern. Solche Vorfälle kommen häufig vor, und dieses Mal war der Käfig zu groß. Als Gemeinde sind wir nicht in der Lage, den Ring zu transportieren, die Kosten sind zu hoch. Daher ist der Beitrag von Healthy Seas wertvoll und notwendig", erläutert uns der Bürgermeister.

"Unterwegs im Ionischen Meer"

Das Team von Healthy Seas erkannte sofort, dass der schwarze "Ring" zu keiner der beiden Fischfarmen auf der Insel gehörte. In den vergangenen Jahren sammelten die Taucher der Organisation alles ein, was von Betreibern zurückgelassen wurde, die Netze und Käfige nicht vom Meeresboden entfernt hatten. Die Organisation geht davon aus, dass der Käfig zu einer Fischfarm von Etoloakarnania gehörte.

Nach der Abtrennung des Käfigs hatte der Besitzer offenbar nichts unternommen und auch keine zuständige Behörde informiert. Nachdem der Käfigrest etwa zwei Monate lang im Ionischen Meer umhergeirrt war, landete das riesige Objekt schließlich in Ithaka.

Beseitigung des zerkleinerten Fischzuchtkäfigs auf Ithaka
Beseitigung des zerkleinerten Fischzuchtkäfigs auf Ithaka Apostolos Staikos

"Das System muss geändert werden. Es gibt zwar Gesetze, aber sie werden nicht so angewandt und durchgesetzt, wie sie sollten. Der Besitzer der verlassenen Fischfarm hätte dafür sorgen müssen, dass die Netze und Käfige entfernt und gereinigt werden. Wenn dies nicht der Fall ist, müssen die zuständigen Behörden tätig werden. Es ist eine Frage der Kapazität, des Geldes und der Fähigkeiten. Es ist nicht einfach, eine ganze Fischfarm zu entfernen", klagt Healthy Seas-Leiterin Veronica Mikos.

Eine Geschichte mit Vergangenheit

Es ist nicht das erste Mal, dass wir auf die Ionische Insel reisen, um uns mit dem Problem der Umweltverschmutzung durch stillgelegte Fischfarmen zu befassen. Es ist bereits unsere dritte Reise nach Ithaka zu diesem Thema. In den Jahren 2022 und 2024 berichteten wir schon über die sogenannten "Geisternetze": Netze, Eisenkäfige und andere Gegenstände, die nach der Schließung der beiden Fischfarmen auf der Insel im Meer verblieben sind.

Die Unternehmer, die ihre Betriebe aufgaben, holten die Materialien und Bauteile, mit denen sie all die Jahre zuvor gearbeitet hatten, nicht vom Meeresgrund zurück. Niemand zwang sie dazu, und straffrei kamen sie ebenfalls durch. Die Kontrollmechanismen funktionierten offenbar nicht. Die Jahre vergingen, die Plastiknetze haben die Meeresumwelt verschmutzt und sind zu einer Falle für die Fische in diesem Gebiet geworden.

Das Eingreifen von Healthy Seas war entscheidend. Die Umweltorganisation begann ihre Aktion im Sommer 2021 und setzt auch sechs Jahre später die Reinigung des Meeresbodens und der Strände der Insel fort. Freiwillige Taucher aus den Niederlanden, Großbritannien, Griechenland, Libanon und Ungarn beteiligen sich an den Bemühungen.

Das Gebäude einer der beiden alten Fischfarmen ist baufällig und verschmutzt weiterhin das Meer gleich nebenan. Im Jahr 2024 stellten wir fest, dass Holzstücke, Plastik und Styropor ins Wasser gelangten. Im Jahr 2026 stellten wir fest, dass auch das Dach fehlte, was ebenfalls im Meer landete.

"Ehrlich gesagt, waren wir vor fünf Jahren sehr glücklich. Wir dachten, wir hätten ein langjähriges Problem gelöst, und damit wäre alles vorbei. Aber kurz darauf bekamen wir Anrufe aus ganz Griechenland. Überall verlassene Fischfarmen. Da wurde uns klar, dass dies ein Phänomen und kein Einzelfall war. Die Behörden sind zwar kooperativ, aber sie handeln oft langsam, und wir haben viel Bürokratie", bedauert Veronica Mikos.

Die Reste des stillgelegten Fischkäfigs werden abtransportiert
Die Reste des stillgelegten Fischkäfigs werden abtransportiert Apostolos Staikos

Die Gemeinde Ithaka hat sich an die Region der Ionischen Inseln (Quelle auf Griechisch) und an das Ministerium für Umwelt und Energie (Quelle auf Griechisch) gewandt, aber es kam keine Hilfe. Die beiden Regierungsbehörden erklärten, sie könnten nichts unternehmen, da es sich um Privateigentum handele. Obwohl die Reuse nachweislich systematisch die Umwelt verschmutzt, sehen sich die zuständigen Behörden nicht in der Lage, einzugreifen.

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