Die Europäische Agentur für die Sicherheit im Seeverkehr (EMSA) schickt eine spezialisierte Langstrecken-Drohne auf die Insel. Diese soll Umweltverschmutzer aufspüren.
In Zypern startet eine wichtige europäische Initiative zum Schutz der Meeresumwelt. Laut "Politis" (Quelle auf Griechisch)nimmt die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) ein Langstrecken-Drohnensystem in Betrieb und entsendet zertifizierte Piloten sowie vollständige Einsatztechnik, um die Meeresgebiete zu überwachen.
Der Einsatz geht auf eine Anfrage des Unterministeriums für Schifffahrt zurück und ist eine Reaktion auf wachsende Sorgen wegen Fällen von Meeresverschmutzung und Beschwerden von Badegästen über die zunehmende Belastung der Küstengewässer.
Keine Kosten für Republik Zypern
Die EMSA finanziert das Projekt mit einem Gesamtbudget von rund einer Million Euro vollständig. Es läuft bis Ende des Jahres.
Im Rahmen der Mission übernimmt die europäische Agentur die Bereitstellung des unbemannten Flugzeugs sowie Transport und Aufenthalt von zwei spezialisierten Piloten, die während der gesamten Laufzeit des Programms in Zypern stationiert sind. Parallel dazu entsteht die nötige feste und mobile Unterstützungstechnik, darunter ein Einsatzleitzentrum und spezielle Kommunikationssysteme.
Es ist das erste Mal, dass die EMSA Zypern sowohl Ausrüstung als auch Personal für eine durchgehende operative Überwachung der Küstengewässer zur Verfügung stellt.
Überwachung von Protaras bis Lara
Die Drohne soll Mitte Juli in Zypern stationiert werden. Sie kann dann entlang der gesamten zyprischen Küste operieren – von Protaras bis zur Bucht von Lara auf der Halbinsel Akamas.
Dank eines Verbrennungsmotors und großer Reichweite kann das Fluggerät stundenlange Kontrollflüge absolvieren. Es liefert hochauflösende Bilder über moderne Foto- und Videosysteme. Die Piloten starten je nach Bedarf entweder vom Standort Vasiliko oder von Lara und decken so fast die gesamten zyprischen Küstengewässer ab.
Ziel: Gesetz konsequent anwenden
Die zentrale Aufgabe des Systems ist es, Fälle von Meeresverschmutzung aufzuspüren – von illegalen Abwassereinleitungen bis zu Ölteppichen durch Boote und Schiffe.
Die Behörden nutzen die Daten, die die Drohne liefert, als Beweismaterial. So lassen sich Verantwortliche ausfindig machen und sanktionieren.
Nach Angaben des Unterministeriums für Schifffahrt steht nicht die Bestrafung im Vordergrund. Die Initiative soll vor allem das Gesetz wirksam zur Geltung bringen und Praktiken stoppen, die die Meeresumwelt belasten. Das gilt besonders jetzt, da in Häfen und Marinas bereits Infrastruktur für die ordnungsgemäße Entsorgung von Abwasser und Abfällen zur Verfügung steht.
Weitere Einsätze über Meeresverschmutzung hinaus
Die Möglichkeiten des Systems sollen auch in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes genutzt werden.
Staatliche Stellen haben bereits Interesse bekundet, die Drohne zur Kontrolle von Entsalzungsanlagen und zur Überwachung der Aquakultur einzusetzen. Auch in Notlagen wie großen Waldbränden könnte sie helfen, sofern die nötigen Genehmigungen vorliegen.
Trotz dieser zusätzlichen Optionen bleibt der Schutz der zyprischen Küstengewässer und die Bekämpfung der Meeresverschmutzung der Kernauftrag der Mission.
Zypern und EMSA: Zusammenarbeit tritt in neue Phase
Die Zusammenarbeit zwischen dem Unterministerium für Schifffahrt und der EMSA trägt seit einigen Jahren Früchte. Grundlage sind vor allem das europäische Satellitensystem zur Erkennung von Ölteppichen CleanSeaNet sowie Schulungen für Führungskräfte im öffentlichen und privaten Sektor.
Der Einsatz der Drohne markiert eine neue Stufe dieser Partnerschaft. Er bringt europäische Technologie und operative Präsenz erstmals direkt in die Gewässer rund um Zypern.