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Wind- und Solarstrom hängen im alten Stromnetz Europas fest: hilft Hybridisierung sofort?

Ein Arbeiter montiert Solarmodule auf einem Hausdach.
Ein Mann montiert Solarpaneele auf dem Dach eines Hauses. Copyright  Raze solar via Unsplash.
Copyright Raze solar via Unsplash.
Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
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Politische Ziele bleiben leere Versprechen, wenn sauberer Strom in Anschluss-Warteschlangen hängen bleibt.

Europas veraltetes Stromnetz kommt mit dem Boom der erneuerbaren Energien kaum hinterher. Dennoch sehen Fachleute eine sofort verfügbare Lösung, die ganz ohne neue Eingriffe ins Netz auskommt.

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Frühere Analysen des Energie-Thinktanks Ember warnen, dass mehr als 120 Gigawatt geplanter Projekte für erneuerbare Energien derzeit gefährdet sind, weil es Engpässe und eine „unzureichende Netzkapazität“ gibt.

Zum Vergleich: Ein Kraftwerk mit einer Leistung von einem Gigawatt kann rechnerisch rund 876.000 Haushalte ein Jahr lang versorgen, wenn sie den durchschnittlichen Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden haben.

Auch bestehende Solar- und Windparks stoßen an die Grenzen des europäischen Netzes, das ursprünglich für große zentrale Kohlekraftwerke ausgelegt wurde.

Hinzu kommt die Unflexibilität von Wind- und Solarstrom Sie richtet sich nach dem Wetter und nicht nach der Nachfrage. Dadurch gehen jedes Jahr große Mengen sauberer Energie verloren.Oft gelten Batteriespeicher und langfristige Netzinvestitionen als einzige Antworten auf dieses Problem. Doch neue Berechnungen von Ember zeigen: Europa könnte 25 Gigawatt zusätzlichen Wind- und Solarstrom in sieben EU-Ländern integrieren, ohne neue Netzkapazitäten zu bauen – mithilfe sogenannter Hybridisierung.Was bedeutet Hybridisierung?Bei der Hybridisierung werden Technologien wie Windkraft, Photovoltaik und Speicher hinter einem gemeinsamen Netzanschluss gebündelt. Bildlich gesprochen teilen sich diese drei Quellen denselben „Stecker“ ins Stromnetz.Nach Einschätzung von Ember eignen sich Wasserkraftwerke in Europa besonders gut für Hybridisierung, weil ein großer Teil ihrer Anschlusskapazität tagsüber ungenutzt bleibt.

Der Grund: Wasserkraftwerke funktionieren wie abrufbare Batteriespeicher. Betreiber können ihre Leistung hochfahren, wenn der Stromverbrauch steigt – typischerweise am frühen Morgen und am frühen Abend, wenn die Menschen zu Hause sind. In Zeiten geringer Nachfrage laufen die Anlagen mit niedriger Leistung.

„Wird am gleichen Netzanschluss eines Wasserkraftwerks zusätzlich Wind- oder Solarstrom eingespeist, können Projekte schneller ans Netz gehen und Betreiber nutzen die Infrastruktur effizienter – im Schnitt verdoppelt sich die Auslastung –, ohne die zulässigen Exportgrenzen zu überschreiten“, sagt Elisabeth Cremona, Leiterin für Energieinfrastrukturen bei Ember.

Laut Bericht ließen sich in Österreich, Bulgarien, Frankreich, Italien, Portugal, Rumänien und Spanien – den wichtigsten Wasserkraftmärkten der EU – durch Hybridisierung bis 2030 rund 18 Prozent der zusätzlich erwarteten Ökostromkapazitäten integrieren, ohne das Netz weiter ausbauen zu müssen.

Hybridisierung: Sofortlösung ohne Netzausbau

Von den sieben untersuchten Märkten verfügen nur Portugal und Spanien über konkrete Regeln für Hybridprojekte. In den übrigen Ländern fehlen laut Bericht klare rechtliche Rahmenbedingungen.

Die Fachleute fordern deshalb nationale Gesetze und eine schnellere Priorisierung von Hybridvorhaben. Das soll Hürden für den Ausbau erneuerbarer Energien abbauen und die bestehende Infrastruktur besser auslasten.

„Politische Zielsetzungen bleiben wirkungslos, wenn saubere Elektronen in Anschlusswarteschlangen steckenbleiben“, ergänzt Cremona. „Für Länder, deren Netze blockiert sind, bietet Hybridisierung eine sofort verfügbare Lösung, die ohne zusätzliche Eingriffe in die Infrastruktur auskommt.“

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